20'000 Leute zog er in den letzten Jahren jeweils an, der Chästag in der Vorstadt. Und das dürfte am Donnerstag, 5. September, nicht anders sein, wenn zum 9. Mal das Landleben in der Stadt Einzug hält: Mit Vieh, Folklore und eben Käsespezialitäten, soweit das Auge reicht. «Wir setzen wieder auf die bewährte Mischung aus Brauchtum, Markt und Unterhaltung. Wir wollen den Chästag auf diesem Niveau konsolidieren und nicht wachsen», bleibt OK-Präsident Robert Flückiger Realist.

Einer Programm-Änderung musste sich der Bucheggberger jedoch stellen: Da am Abend das Fussball-EM-Qualifikationsspiel Schweiz - Irland ansteht, «haben wir halt die irische Formation The Buckmad Bhoys zur musikalischen Unterhaltung verpflichtet. Und auf einigen Fernsehern wird der Match gezeigt – für eine Grossleinwand fehlt uns das Geld.»

Viele möchten mitmachen

Der Start allerdings erfolgt um 12 Uhr mit einer schönen Tradition: dem Alpabzug, der über die Hauptgasse, den Kronenstutz und die Kreuzackerbrücke zum Dornacherplatz führt. «Und wenn es klappt, haben wir diesmal sogar Schafe dabei», verweist Flückiger auf die stetigen Perfektions-Bestrebungen der Teilnehmer. 32 Kühe sind gesetzt, und noch einige mehr werden nachmittags auf dem Dornacherplatz prämiert – zu küren sind die Publikumslieblinge zur «Miss Chästag» sowie die von den Züchtern als top bewertete «Miss Leberberg».

Verzichten muss der Chästag diesmal auf die Fachkommentare von Käse-Papst Rolf Beeler – «er wird aber nächstes Jahr wieder dabei sein», verspricht das OK. Dessen Vizepräsident, Bruno Meyer, betreut neu den Markt mit seinen 50 Ständen, die einer Perlenschnur gleich die Vorstadtgasse bis hinüber zum Kreuzackerplatz säumen. «In den letzten Jahren ist er zum zweiten Zenttrum des Chästags geworden», stellt Meier eine zunehmende Beliebtheit des Aareraums auch an diesem Grossanlass fest.

Bei der Auswahl der Standbetreiber habe man das Augenmerk auf regionale Produkte von Kleinproduzenten gerichtet, denn «wir wollen keine 08/15-Stände in Solothurn haben», begründet der Vizepräsident einige Absagen an solche Interessenten. Auch habe das OK in den letzten Jahren immer wieder festgestellt, dass die Standbetreiber hoch- zufrieden mit dem Solothurner Publikum seien – «es gilt bei ihnen als kauffreudig und sehr interessiert».

Was sonst noch alles geboten wird

«Wir hatten auch sehr viele Anfragen von Gastronomie-Anbietern», so Meyer, der aber auch in diesem Segment auf den bewährten Mix setzt. So fehlen die Militärkäseschnitten ebenso wenig wie das Fondue oder Fischchnusperli, wohl aber diesmal die Treberwürste. «Dafür kommt das Bucheggberger Bier mit einem eigenen Wagen an den Chästag.» Auch musikalisch wird einiges geboten: Highlights sind die Darbietungen von Wolfgang Schönenberger und seinen Ukulele-Kindern ab 16.30 Uhr oder der abendliche Umzug der stets imposanten Treichlergruppe Juragruess aus Mümliswil.

Mit einem ausgeglichenen Budget ohne grosse Renditeerwartungen geht das OK ans Werk – gestützt auf einen 100-köpfigen Stab ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer auch aus Vereinen und Institutionen.