«Am 2. Mai eröffnen wir die ‹Couronne›.» Martin Volkart, VR-Delegierter der Genossenschaft Baseltor kennt keine Zweifel. «Und eine Woche vorher gibts einen Tag der offenen Tür für Solothurn.» Im April 2017, ergänzt der künftige Hoteldirektor Roman Oschwald, «werden wir das Haus übernehmen.» Gemeint ist Hotel Krone, jetzt «La Couronne» genannt. «Wir haben bereits Buchungen, ja sogar Hochzeiten.»

Das Boutique-Hotel, noch für fünf Monate im Umbau, soll wieder der «first Place» von Solothurn werden. Die Voraussetzungen gegenüber der imposanten St. Ursen-Kathedrale sind die besten. «Die Grundrisse der 28 Zimmer wurden belassen, es gibt kleine Räume bis hin zur Suite», erklärt Volkart und schwärmt vom Blick, den man aus den neuen Lukarnen ganz oben unter dem Dach hat: «Man sieht direkt auf die Heiligen-Figuren von St. Ursen.»

«La Couronne»-Projektleiter Martin Volkart

«La Couronne»-Projektleiter Martin Volkart

Das Team formiert sich

Doch Idylle und Romantik haben in der «La Couronne» Konkurrenz: 5 Millionen Umsatz soll das Haus laut Martin Volkart jährlich generieren. Mit dem Hotelbetrieb, der Restauration und dem Bankettgeschäft. Zu den 28 Zimmern im eigentlichen Hoteltrakt kommen noch 9 in der Dependance über der Gästegarage in Seilergasse nebenan. Ihr Umbau beginnt nach der Fasnacht, bis Ende 2017 sollen auch diese Zimmer bezugsbereit sein. «Die grösste Knacknuss ist für mich, das Team zu formieren. Das Kader haben wir beisammen.» Roman Oschwald wird 35 bis 40 Angestellte, davon einige in Teilzeit, im Einsatz haben.

Die erfahrene Hotelfachfrau Simone Berchtold leitet das Hotel und ist fürs Marketing zuständig, Küchenchef Martin Elschner fürs Kulinarische. «Wir sind alle um die 30», bewegt sich Oschwald - zuletzt im «Salzhaus» erfolgreich unterwegs - in einem jungen, aber dennoch erfahrenen Kernteam. So hat Chefkoch Elschner, aktuell noch im «Bären» Suhr angestellt, einige Jahre im Bad Attisholz gekocht und war Sous-Chef im «Sonnenberg» bei Jacky Donaz. «Wir werden rein französische Gerichte mit etwas Schweizer Einfluss kochen. Oder schwere Klassiker leicht gekocht», stellt er Spezialitäten wie das Côte de veau in Aussicht.

Arbeitsbeginn in Solothurn ist für Elschner der 1. April 2017. Zuletzt auf den Malediven für eine 5-Stern-Kette in Singapur gearbeitet hat Simone Berchtold. In der «Couronne» «werde ich für das Front Office, das Sales Marketing und die Reservierungen zuständig sein.» Und jetzt nach den Malediven das neblige Solothurn? Sie lacht: «Nach zehn Jahren freue ich mich auf die Rückkehr. Es ist super hier.»

Damit will man punkten

Neben den französischen, klassischen Brasserie-gerichten – auch bei den Weinen setzt man voll auf La France und die Romandie – will Roman Oschwand den Gast auch mit saisonalen Spezialitäten wie Spargel oder Metzgete anlocken. «Das Hotel soll mit seinem Restaurant l auch für Solothurn da sein», so der künftige Direktor. Viel verspricht er sich wie Martin Volkart von der Wieder-Inbetriebnahme des Boulevard-Restaurants in der Hauptgasse, das nun jahrelang gefehlt hat. «Wir hoffen damit die obere Altstadt, die in der warmen Jahreszeit ein bissen verödet ist, wieder beleben zu können», meint der Gastro-Experte Volkart.

Die Solothurner soll es aber auch in die Wine- Bar, die ehemalige «Krone»-Bar ziehen, wo Häppchen zum Apero serviert werden. Der begrünte Innenhof, die Lounge neben dem grossen Saal laden ebenso zu Verweilen. Bereits rege ist das Interesse vom Anlass-Organisatoren für den gleich gross belassenen Saal, «auch die Fasnacht wollen wir pflegen», versprechen die Verantwortlichen. Das Restaurant wird übrigens nicht kleiner, dementiert Volkart Gerüchte, dass der Grillroom künftig wegfallen soll. «Nur gibt es dort nicht mehr zwei verschiedene Karten.» 

Service im Vordergrund

«La Couronne» ist des dritte Restaurant neben dem In-Lokal SolHeure, das die Genossenschaft Baseltor in Solothurn betreibt. Roman Oschwand glaubt, dass man sich nicht allzu sehr selbst konkurrenziert. «Es gibt Leute, die gehen nie ins ‹Baseltor› und nie ins ‹Salzhaus›, aber in die ‹Couronne› schon.»

Auch beim Hotel ist sich der Direktor des gnadenlosen Preiskampfes auf den Online-Plattformen bewusst. Doch er wie Martin Volkart möchten mit Service total bis hin zum Schuhe putzen und dem persönlichen Charme des Hauses, die Gäste von der «Couronne» überzeugen . Als Boutique-Hotel setze man auf «klein, aber fein. Wir wollen uns damit von der Ketten-Hotellerie abheben», betont Volkart.