Sie ist 278 Jahre alt, die Kirche mit dem etwas komplizierten Namen «Alte Spitalkirche zum Heiligen Geist Solothurn», neu gebaut nach Plänen des Architekten Joseph Abeille. Erstmals erwähnt wird sie jedoch 1430. Und sie sei - nach Franz Haffner - in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts «wieder fein gezieret» worden, so wie sie in den letzten Jahren aussen und innen erneut einer gründlichen Erneuerung unterzogen wurde. All dies hat ihrer stetig währenden Beliebtheit weiteren Auftrieb gegeben.

Für Hochzeiten begehrt

Stark Verbunden ist die Kirche mit der Spitalschwestern-Gemeinschaft. Regelmässig wird sie von ausländischen Missionen und einer Rosenkranzgruppe belegt, die Narrenzunft Honolulu begeht jährlich die Feier der Mi-carême (etwa: Mitte der Fastenzeit).«Die Nachfrage für die Abhaltung von Hochzeitsfeiern nimmt in letzter Zeit erfreulich zu», sagt Claude Tschanz, Präsident des Stiftungsrats Alte Spitalkirche.

Sie gehört zur Vorstadt wie die Bruderschaft Sanctae Margarithae und wird seit je als Bruderschaftskirche bezeichnet. Es ist deshalb folgerichtig, dass auch sie am Chästag vom 4. September einen Eckpunkt nicht nur in geografischer Hinsicht darstellt.

Noch die Bänke und Podeste

Die «Alte Spitalkirche zum Heiligen Geist Solothurn» ist bei der Güterausscheidung zwischen Kanton und Bürgergemeinde mitsamt 500 000 Franken einer Stiftung zugeführt worden. Diese hat, unterstützt vom Verein «Freunde der Alten Spitalkirche zum Heiligen Geist» und der Denkmalpflege, die erwähnten Renovationen vorgenommen.

«Nun fehlt noch die Erneuerung, aber keine Neuanfertigung der Bänke und ihrer Podeste. Nach heutigem Stand der Dinge rechnen wir mit Kosten von rund 40 000 Franken», berichtet Franz Gamper, in Personalunion Obmann der Bruderschaft Sanctae Margarithae und des Unterstützungsvereins.

Am 4. September geöffnet

Schon anlässlich der Vorstädterchilbi hat sich gezeigt, dass das Interesse an der Kirche allgemein gross ist. Deshalb haben Verein, Stiftung und Bruderschaft beschlossen, sie am Chästag vom 4. September zu öffnen. Als Attraktion werden zwei Filme des bekannten Solothurner Filmschaffenden Ernst Brun gezeigt, der wie kaum ein Zweiter Einblicke in die authentische «Mindere Stadt Solothurns» vermittelt.

Im Anschluss an die Vorführungen wird ein Kaffee offeriert und um 18.45 Uhr begrüsst Franz Gamper in der Kirche die Besucher. Claude Tschanz, Präsident der Stiftung Alte Spitalkirche zum Heiligen Geist in der Vorstadt zu Solothurn, stellt die Kirche kurz vor und informiert auch über Wissenswertes im Zusammenhang mit der Innenrenovation.

Filme am Chästag vom 4. September in der Alten Spitalkirche: Gezeigt werden von Ernst Brun «Vorstadt Bsetzi» und «Im schönen Kanton Solothurn». Dauer ca. 45 Minuten, um 11, 15, 16, 17 und 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Kollekte zugunsten der Renovation der Kirchenbänke.