Jubiläum
Alte Liebe zum Alten Zeughaus

Seit 30 Jahren besteht der Verein Freunde des Museums Altes Zeughaus Solothurn. Freudiger Höhepunkt auch für den Verein: die Wiedereröffnung des altehrwürdigen Hauses im letzten Jahr.

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Die Tagsatzungsgruppe im Museum Altes Zeughaus. (Archiv)

Die Tagsatzungsgruppe im Museum Altes Zeughaus. (Archiv)

Michel Lüthi

An der 30. Generalversammlung hielt Präsident Peter Platzer fest, dass die Wiedereröffnung für den Vereinsvorstand das Zeichen gewesen sei, seine Tätigkeiten zu intensivieren. Mit der Leitung des Museums Altes Zeughaus (MAZ) sei eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterschrieben worden, die beiden von Vorteil sein werde. Der Regierungsrat hat für das MAZ einen Museumsrat eingesetzt, in dem der Verein durch seinen Präsidenten vertreten ist.

Der in den letzten Jahren rückläufigen Mitgliederzahl will der Vorstand mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit begegnen. So wurde ein neuer Prospekt gedruckt und unters Volk gebracht. Dann wurde dem Museum eine Steinschloss-Doppelflinte des Solothurner Büchsenmachers Martin Ruoff übergeben, und für den 8. April ist die Übergabe einer Halbarte mit Solothurner Prägestempel geplant. Diese Veranstaltungen sind öffentlich und jeweils von einem Fachreferat eines Spezialisten begleitet, sei es aus dem Museum oder dem Verein.

Trotz verstärkten Werbeaufwands konnte Kassier Gaudenz Flury einen kleinen Gewinn ausweisen, sodass auch der Mitgliederbeitrag bei 30 Franken belassen wurde.

Politik und Behörden feiern Neueröffnung des Museums Altes Zeughaus Kantonsbaumeister Roland Mäusli guckt ins Kanonenrohr
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Susanne von Sury bestaunt die Rüstungen
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Neueröffnung Museum Altes Zeughaus

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Hanspeter Bärtschi

Geschichte wiederholt sich doch

Der Grenchner Aviatikjournalist Peter Brotschi stellte in seinem Festvortrag einige Kapitel aus der spannenden Geschichte eidgenössischer Flugzeugbeschaffungen vor. Seine Feststellung, die Schweizer Luftwaffe sei vor 100 Jahren schlecht gerüstet gewesen, wäre schon euphemisch: «Ohne private Flugzeuge hätte es nichts gegeben», stellte er klar. Brotschi umschrieb sodann verschiedene Anläufe von Jagd- oder Kampfflugzeug-Beschaffungen – sie blieben die letzten 100 Jahre technisch wie politisch äusserst heikel. «Es war schon immer so und ist nichts Neues unter helvetischer Sonne.»

Der Referent wand dem Balsthaler Konstrukteur August Häfeli ein besonderes Kränzchen, der vor 100 Jahren in Thun angefangen hat, Fluggeräte zu entwickeln. Er werde zu wenig geschätzt und sei nicht einmal auf dem Fliegerdenkmal im Park des Konzertsaals aufgeführt. Der Referent fragt sich, ob es nicht angezeigt wäre, dem Solothurner Pionier eine Sonderschau im MAZ zu widmen.

Schliesslich erwies Brotschi der Dewoitine.26 (286/HB RAG) die Reverenz, die wieder in ihre alte Heimat, auf den Flughafen Grenchen, zurückgekehrt ist. Sie war 1931 das erste Standard-Flugzeug der Schweiz und heute noch die einzige fliegende Maschine jener Zeit.