Solothurn

Alt-Bundesrat auf Besuch bei Künstler Cuno Amiet

Alt-Bundesrat Arnold Koller mit Frau Erica in der Stadtrösterei Solothurn

Alt-Bundesrat Arnold Koller mit Frau Erica in der Stadtrösterei Solothurn

Auf dem Weg von Appenzell nach Bern machte der ehemalige CVP-Magistrat Arnold Koller einen Halt in Solothurn. Nicht aus politischen, sondern aus künstlerischen Gründen.

Verschiedene Wege führen von Appenzell nach Bern – zum Beispiel über Solothurn. So jedenfalls hielt es Alt-Bundesrat Arnold Koller, der sich mit seiner Frau eine Stippvisite an der Aare gönnte. Die Nachfrage über die Gründe des Halts in der Ambassadorenstadt erklärt der eben 85 Jahre alt gewordene ehemalige CVP-Magistrat in der «Stadtrösterei» beim Hauptbahnhof so: «Meine Frau Erica und ich wollen uns die jüngst eröffnete Cuno-Amiet-Ausstellung im Kunstmuseum ansehen, bevor wir nach Bern in unser Pied-à-terre weiterreisen, das wir nach meiner Bundesratszeit behalten haben.»

Als es um die Furgler-Nachfolge ging, war Koller im Sabbatical

Und so entspinnt sich am Kaffeetisch ein ebenso ungeplantes wie lockeres Gespräch, das vom Rahmenabkommen – «ich war nie ein Euro-Turbo, aber wir brauchen ein Abkommen» – bis zu den Bundesratswahlen – «es dauert noch lang bis zum 5. Dezember» – reicht. In Bezug auf Wahlprognosen lässt sich der ehemalige Justizminister nicht auf die Äste hinaus, gibt aber gleichwohl zu bedenken, dass die CVP-Vakanz am Wahltag vor jener der FDP zu schliessen sein wird.

Und kommt von sich aus auf den Solothurner Ständerat Pirmin Bischof zu reden, dessen Absichten allerdings auch der Alt-Bundesrat nicht kennt. Bestens erinnern sie sich derweil, wie es war, als es um die Nachfolge von Bundesrat Kurt Furgler ging. Koller, damals CVP-Nationalrat, war in einem Sabbatical an der University of California in Berkeley, seine Frau durfte all die Journalistenanfragen über mögliche Bundesratspläne ihres Gatten beantworten, wie sie sich lachend erinnert. Sie habe den Medienschaffenden damals nicht mehr ausrichten können, als dass ihr Mann nicht da sei.

Arnold und Erica Koller, beide bei bester Gesundheit, wiewohl für den Moment leicht lädiert, sind guter Dinge und freuen sich, in Solothurn zu sein. Sie geniessen den herbstlichen Tag, gönnen sich ein kleines Mittagsmahl und ziehen dann Richtung Werkhofstrasse. Apropos Solothurn: Nicht von ungefähr erinnert der frühere Rechtsprofessor und Staatsmann Koller zum Abschied an zwei Solothurner, die für ihn politisch und beruflich eigentliche Lehrmeister waren, wie er sagt: Der eine war der frühere Oltner CVP-Nationalrat und SRG-Präsident Leo Schürmann, mit dem Koller in der Kartellkommission sass; der andere der ehemalige Privatrechts-Professor Peter Jäggi, der ihn das juristische Handwerk an der Universität Fribourg lehrte.

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Balz Bruder

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