Stadtbummel Solothurn
Alles zwischen auf- und abregend

Andreas Kaufmann
Andreas Kaufmann
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Neu sind die «Wagabunten» beim ehemaligen Untersuchungsgefängnis zu Hause.

Neu sind die «Wagabunten» beim ehemaligen Untersuchungsgefängnis zu Hause.

Andreas Kaufmann

Aufgeregt haben sich über sie ebenso viele – wie gefreut: Sie waren eine Institution und nun haben sie sich der Stadtverwaltung gebeugt. Die Wagabunten, denen man von der Westtangente zuwinken konnte. Was geblieben ist, ist ein kleines Wägeli im gefühlten Massstab 1:5 – bekritzelt mit Slogans zur Weltanschauung der Dorfbewohner. Sie haben zu reden, zu posten und zu chatten gegeben – und das werden sie weiterhin, nun aber eben eher als Aufreger «ännet» der Stadtgrenze.

Aufregen dürften sich die Arbeiter, die in den vergangenen Wochen die Eisenbahnbrücke südlich des Schöngrünkreisels saubergepinselt haben. Sie waren mit einer Detailliebe am Werk, die Michelangelos Effort in der Sixtinischen Kapelle zweifelsohne den Rang ablaufen könnte. Doch dann das: Haben doch begnadete Sprayer die unbefleckte Brückenwand mit einer Kritzelzeichnung verschönert.

Einige Aufreger – im positiven Sinne – gabs diese Woche unter der Kuppel des Circus Knie zu sehen: So trotzten Artisten des Nationalcircus Piöngjang der Schwerkraft und hangelten durch die Lüfte – mit Zehntelssekunden-Präzision. Da können sich die Schweizer von den Nordkoreanern eine Scheibe abschneiden.

Aufregend wird es am Samstag auch auf der Kanti-Sportwiese, wo zwei Sportarten am Rande sich in der Mitte treffen. Dass die «LaCrosser» und die Rugby-Spieler ihre Aktivitäten aber nacheinander präsentieren und nicht mit einer Kombination der beiden Sportarten, beruhigt. Man stelle sich vor, mit einem Schläger eins übergebraten zu bekommen, nur weil man den Gegner blockt. Auf jeden Fall friedlicher gehts gleichzeitig am Wasser zu und her, genauer beim traditionellen Aareschwimmen, wo Badekappen farbige Akzente in die Aare setzen.

Unaufgeregt wird man den wetteifernden Wasserratten mit einem Zanderfilet zwischen den Zähnen zuschauen können, und zwar am Strandfest der Pontoniere. Und wer sich am Wochenende noch mehr unaufgeregte Entspannung wünscht, schaut ab Sonntag auf der Krummturmschanze auf einen Freilicht-Film vorbei. Oder widmet sich dem unvergleichbaren Spektakel am Nachthimmel: den Perseiden-Sternschnuppenschwarm.