Honolulu

«Alles stimmte!»: Tausende Chessler sorgen in Solothurn für lautstarken Fasnachtsauftakt

In Solothurn haben in den frühen Morgenstunden mit der traditionellen Chesslete die närrischen Tage begonnen. Tausende in weisse Nachthemden gekleidete Narren mit weissen Zipfelmützen auf dem Kopf und roten Halstüchern rissen die Stadt mit viel Lärm aus dem Schlaf.

Es ist immer wieder beeindruckend wie kreativ und überraschend die Routenwahl des Oberchesslers der Narrenzunft Honolulu  für die Chessleten ausfällt. Oder ist sie dieses Jahr der Originalität geschuldet, dass sich Marco Lupi von der pausierenden Schnitzelbankguppe Füuzlüüs als Leibgarde assistieren liess?

«Es war ein schöner Umzug, die Leute waren motiviert», sagte Lupi 49 Minuten nach dem Startknall um Punkt 05.00 Uhr auf den Friedhofplatz zurückgekehrt. «Wir konnten 1:1 umsetzen, was wir im Team ein Jahr lang trainiert haben», meinte er augenzwinkernd. «Alles stimmte, was zeigt, dass wir einen guten Job machten, um den Auftrag, den Winter zu vertreiben, zu erfüllen», ergänzte der Oberchessler. Auch das Fazit von Stadtpolizeikommandant Peter Fedeli fiel positiv aus: «Wir können über einen friedlichen Fasnachtsbeginn berichten. Vor der offiziellen Chessleten war es ruhig in der Stadt. Die Restaurants hielten sich an die Öffnungszeiten. Polizeiliche Interventionen waren nicht notwendig.»

Solothurner Chesslete 2020: Mit der 68-Route ging die Chesslete in Solothurn los

Mit der 68-Route ging die Chesslete in Solothurn los

Um 5 Uhr morgens weckten die Chessler die Solothurner Altstadt. Mit einer Runde durch die Stadt starteten auch die Grossen in die Fasnacht 2020.

Die weissgewandete Chesslerschar verbreitete einmal mehr diese einzigartige, unnachahmliche Stimmung in die Gässchen und Gassen. Von der Friedhofgasse gings zum Bieltor, durch die Hintere Gasse und die Webern- zur Barfüssergasse. Über die Eselsgasse wurde das Rathaus an seiner Südseite passiert. Nach Zeughaus- und Kronenplatz verliess Lupi mit seinen Tausenden Getreuen die Hauptgasse links zu Gold- und Kreuzgasse. Ein erstes Mal wartete die Vorstadtzunft vergeblich vor dem Zeitglockenturm mit Rätschen- und Muldenwagen auf die Chessler-Parade. Allerdings realisierten nicht alle diesen Linksabbieger und bevorzugten, sich in der westlichen Hauptgasse durch die baustellenbedingte Enge beim Gerechtigkeitsbrunnen  zu schlängeln.

Via «rue de blamage» wurde die Wengibrücke erreicht. Nach der Aareüberquerung mit dem Einzug in die Vorstadt bog der Zug beim Rosengarten links in die Kreuzackerstrasse zur Aare ab, um bis zum Fussgängersteg unter der Wengibrücke zu promenieren. Diese zweite Flussquerung liess erahnen, wie lang diese 2020-er Chessleten am 20.02. wirklich war: Spitze beim Solheure, Ende am südlichen Brückenkopf der Kreuzackerbrücke. Zahlreich waren übrigens die «Falschchessler», die sich in der entgegengesetzten Richtung fortbewegten, oder einfach am Strassenrand stehen blieben.

Item, die Hardcore-Chessler folgten Lupi den Chronestutz hinauf. Wer nach der zweiten Passage der östlichen Hauptgasse glaubte, jetzt der Vorstadtzunft die Ehre erweisen zu dürfen, sah sich getäuscht. Der Oberchessler lenkte nämlich rechts am Cheschtelemuni-Häuschen vorbei in die Gurzelngasse. Über die Schmiedengasse zog er in den Friedhofplatz zum Erlöschen der Fackeln ein. Unverzüglich zog es die Chesslenden in eine der 26 Mehlsuppen-Beizen zur wohlverdienten Stärkung nach dieser Parforce-Leistung.

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