Alles ist unterwegs. Keine Angst! Wir wollen im Stadtbummel keine philosophische Ecke aufmachen mit alten Griechen wie Heraklit und Platon oder deren Äusserungen zum Gedanken des Panta rhei, was da zu Deutsch heisse «Alles bewegt sich». Obwohl gerade der Herbst mit seinen Farben und Stimmungen zum Philosophieren einlädt.

Sie sind unterwegs, die Blätter nämlich, die für Farbe und Bewegung sorgen. Von oben nach unten, vermischt da und dort mit reifen, dunkelbraun glänzenden Kastanien. Wegen des Blätterfalls drehe sich die Erde schneller, weil die Masse näher zur Drehachse wandere. Das Gegenargument, auf der Südhalbkugel sei ja dann Frühling, wo die Blätter spriessen, gilt nicht, denn im Süden ist die Landmasse und damit die Anzahl Bäume erheblich kleiner. Wie dem auch sei: Die Abweichung ist dermassen gering, dass sie zwar gerade noch messbar, für uns Normalmenschen aber unbedeutend ist. Wichtig ist für uns, dass sie fallen, die Blätter, und sich vorher noch prächtig verfärben.

Unterwegs sind auch wieder die Mannen mit den Motörchen am Rücken und dem «Blasrohr» in der Hand, womit die dürren Baumabfälle zu ordentlichen Walmen und Haufen zusammengeblasen werden – auf dass sie anschliessend leichter und schneller abtransportiert werden können. Wenn nicht vorher ein kräftiger Windstoss in sie fährt; ob von Osten oder Westen ist hinsichtlich des Resultats unerheblich. Diese hilfreichen Vorrichtungen, Laubbläser genannt, haben wir auch schon im Einsatz beim Zusammenblasen von Emd gesehen. Bilder aus dem vorletzten Jahrhundert vom lustigen Landleben gehören endgültig der Vergangenheit an.

Nicht unterwegs sind viele öffentliche Pizza- und Kebabesser in dem Sinn, dass sie nach auf irgendwelchen (Kirchentreppenstufen und Trottoirrändern) gehabtem Mahl die Verpackungen einfach auf Strassen und Trottoirs fallen lassen. Die paar Schritte zum nächsten Abfalleimer animieren nicht, sich zum Entsorgen zu bewegen – nicht einmal die, welche sich im Gehen verpflegen und quasi schon auf direktem Weg zum nächsten Kübel sind. Und deren hat es ja eigentlich genug, wagt der Stadtbummler zu behaupten – wenn nicht mal die, die schon vorhanden sind, nicht gebraucht werden. Das Wegputzen wird grosszügig dem Stadtbauamt überlassen. Das hat aber schon mächtig aufgeräumt und geputzt, gesägt und geschnitten und weggefahren, was da seit Frühling – zum Teil gar üppig – gewachsen ist. Adrett und zugänglich siehts aus in unserem Städtchen und drumherum. Ausser dem Frühlings- gibt’s wohl auch den Herbstputz.