Solothurn

Alle Verkäufer mit Masken-Attest: Die Eröffnung des veganen Ladens «VLinder» sorgt für Diskussionen

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Der Bioladen «Grüeni Chuchi», der neu den Namen «VLinder» trägt, sorgt in den sozialen Medien für Diskussionen. Alles in Ordnung, sagt der Kanton.

Am Samstag war reges Treiben im Unteren Winkel: Die «Grüne Chuchi» feierte nach dem Umzug in der Vorstadt die Eröffnung ihres neuen Ladens, der jetzt den Namen «VLinder» trägt. Stammkundschaft und auch Laufkundschaft kamen in das Geschäft, um das vergrösserte Sortiment zu begutachten.

Ein Tag danach findet man auf der Facebook-Seite der «VLinder» Gratulationen zum neuen Laden. Aber auch Misstöne werden unter den vielen netten Kommentaren laut: Die Mitarbeitenden und auch viele Kundinnen und Kunden hätten sich nicht an die Maskenpflicht gehalten, so der Vorwurf. Auf diese Kommentare antwortete die Grüne Chuchi, dass «Mitarbeiter wie Kunden aus gesundheitlichen Gründen per Attest befreit sind».

Verständnis für Kunden, die keine Maske tragen können

Der Geschäftsführer wollte sich zu diesem Thema gegenüber dieser Zeitung nicht äussern. Ein Zettel an der Eingangstür macht aber die Kunden darauf aufmerksam, dass es berechtigte Ausnahmen von der Regel gebe: «Wenn sie aus gesundheitlichen Gründen keine tragen können, ist dies absolut kein Problem und Sie sind herzlich willkommen bei uns.»

Unter diesem Zettel hängt ein Blatt, das an die offiziellen Plakate des Bundesamts für Gesundheit erinnern, welche die Hygiene- und Verhaltensregeln auf einen Blick darstellen: «So schützen wir uns – Reflexion statt Angst», heisst es auf dem Alternativ-Plakat, das sich kritisch gegenüber den Massnahmen äussert und etwa rät: «Freiheit hochhalten» oder: «Bürgerrechte sichern».

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit sieht keine Probleme

Im Kanton Solothurn führt das Amt für Wirtschaft und Arbeit Kontrollen durch, ob die Schutzmassnahmen in den Detailhandelsgeschäften umgesetzt wurden. Im Fall der «VLinder» wurden Kontrollen durchgeführt und «es wurden kleinere Verfehlungen festgestellt, die aber zeitnah korrigiert wurden». Grundsätzlich gelte eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräume, «ausgenommen sind Personen, die nachweisen können, dass sie aus besonderen Gründen, insbesondere medizinischen, keine Gesichtsmasken tragen können».

Das Amt empfehlt aber, dass diese Personen den «Umgang mit der Kundschaft auf ein Minimum reduzieren». Falls dies nicht möglich sei, müssten weitere Schutzmassnahmen getroffen werden. Wie zum Beispiel «Plexiglasvorrichtungen, um den notwendigen Schutz zur Minimierung der Übertragen des Coronavirus sicherzustellen».

Autorin

Judith Frei

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