Stadtbummel Solothurn
Alle Jahre wieder – freitags auch

Reto Sperisen
Reto Sperisen
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Mit der HESO starten auch die Söilirennen.

Mit der HESO starten auch die Söilirennen.

Andreas Kaufmann

’S isch sowyt, ’s isch Bummel-Zyt! Schliesslich ist heute ja Freitag. Und freitags gehen wir für gewöhnlich bummeln. Aber dieser eine Freitag ist eben auch ein spezieller, denn die
Heso öffnet heute ihre Tore. Unsere Herbstmesse bedeutet für viele Solothurner «bummeln»: Man flaniert durch die Zelte, schaut sich dieses oder jenes Produkt an, kauft vielleicht etwas, lässt sich hier und dort etwas zeigen, man probiert und degustiert. Für viele ist das Wichtigste jedoch der soziale Kontakt: An der Heso trifft man auf alte Bekannte, auf Leute, die man schon lange nicht mehr gesehen hat. Man braucht Zeit für die vielen Schwätzchen zwischen den Ständen, für die Plaudereien, für das Netzwerken. Und dann kommt da natürlich auch noch das Essen: Berliner, Gnagi, Fischknusperli, Käsechüechli, um nur einige Leckereien zu nennen, weswegen viele aus der Region die Heso besuchen. Alle Jahre wieder.

In Solothurn weht momentan Rot-Weiss. Zug- und Busfahrer werden bereits in der Vorstadt von den Heso-Fahnen empfangen. Auch beim Überqueren der Kreuzackerbrücke nimmt man die im Wind flatternden Fahnen wahr. Rot-Weiss, soweit das Auge blickt. Nicht ganz, denn das Palais Besenval beleuchtet seine Fassade auch mit Grün, Blau oder Violett. Alles in allem zeigt sich unser Stedtli von der adretten Seite. Es lässt sich ansehen. Bis auf die Baustelle rund um den Kronenplatz. Diese ist nach wie vor ein Dorn im Auge des Betrachters. Eine andere Baustelle, die inzwischen anschaulich geworden ist, befindet sich beim Kunstmuseum. Die Absperrungen zur Strasse hin wurden entfernt. Wer also jetzt während der Stosszeiten bei der Schanzmühle stehen bleibt, kann den geteerten Platz oberhalb des «Kulturgüterschutzraumes» begutachten und wähnt sich dabei schon fast vor dem Stadttheater. Kultur und schwarzer Teer gehören in Solothurn eben zusammen.

Ab heute steht man – auch ausserhalb der Stosszeiten – zwischen Baseltor und Kreisel. Autofahrern wird abgeraten, während der Heso das Parkhaus dort zu benutzen. Ausser man hat viel Zeit. Mit Schritttempo muss man zwischen den Leuten hindurchfahren, die zum Teil sogar extra langsam gehen. So soll es Typen geben, die nur zwischen dem Schanzengraben und der Chantierwiese hin- und herspazieren, damit man sie sieht. Sehen und gesehen werden eben. Welch ein Lifestyle! Und am Abend, wenn alle Säuli erschöpft und schön brav schlafen, dann erwacht Solothurn. Nightstyle! Ausgehen und Nachtleben sind angesagt. Kultur – auch wenn keiner den Zeltboden im Schanzengraben teert. Und so geht das immer und immer wieder. Die nächste Heso kommt ja schon in einem Jahr. Der nächste Bummel übrigens schon nächsten Freitag. Voilà ...

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