Gassenfasnacht in Solothurn
Alle besuchen Honolulu. Chunnsch ou?

Eine Narrenschau in der warmen Nacht von Samstag auf Sonntag.

Hans Peter Schläfli
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Bilder vom närrischen Treiben in Honolulu
18 Bilder
La Couronne honolulensis hat bereits die ersten Gepäckträger auf der Gasse.
Chäslochbrätscher mit Lichtshow
Duube-Gugge aus Neuendorf heizt die Stimmung in Solothurn an
Schnee von gestern in Honolulus frühlingshaften Gassen.
Donald will Stadtpräsident von Honolulu werden.
Gassenfasnacht 2017 in der Stadt Solothurn
Man amüsiert sich teuflisch gut in Honolulu
Krokodile in Cüplilaune
Der Chüng, der nicht aus Kriegstetten kommt...

Bilder vom närrischen Treiben in Honolulu

«Chunsch ou?», fragt die UNO. «Mir chöme aui und göh nümme hei!», rufen die Narren durch die Nacht. Honolulu erlebt am Samstag eine hochdenkwürdige Gassenfasnacht.

«Chunsch ou?», fragt der traurige Clown. Die liebestollen Nonnen und der Chüng kommen zusammen, aber nicht in Kriegstetten. Die vom Heimweh getriebenen Oscar-Preisträgerinnen, die aus dem Aargau einen Hauch Hollywood nach Honolulu tragen, die Ritter ohne Adel und von hinter dem Mond eine Handvoll Astronautinnen sind gekommen. Eine Tendenz ist ungebrochen: In Honolulu sind die schönsten Frauen die Männer, und der Macho darf seine feminine Seite ungehemmt ausleben. Hörner aufgesetzt bekommen? Kein Problem, Hauptsache, man amüsiert sich teuflisch gut. Sogar von der Rigi her strömen die Eglichutzler aus Weggis zu uns und hauen auf die Pauke. Luzern hat also nur die zweitschönste Fasnacht der Welt – oder wie es die Mathematiker sagen: Was zu beweisen war!

«Chunsch ou?», fragt Sandra Boner. Sogar der Frühling hats gehört, der lässt sich nicht einmal durch die Weihnachtsdekoration im Barock verwirren – Stilnote «gang doch uf Gränche». Das honolulesische Wetter ist hochgrossartig, und so bläst für einmal kein eisiger Wind unter das Tütü der Ballerina; keine Pflotschkonfettipampe, das bedeutet keine kalten Füsse, und in den Beizen ist es lange einsamer als draussen auf den Pflastersteinen. Als Guggemusig muss sich sogar zeitweise hinten anstellen, wer auf dem Märetplatz oder vor der St.-Ursen-Kathedrale ein Konzert geben will. Herausragend die kakofonen Chäslochbrätscher, die mit einer portablen Lichtshow die Konkurrenz blass aussehen lassen.

«Chunsch ou?», fragt Don Kiwi Shot. Und siehe da, der einsame Donald Trump kommt ohne Melania angeflogen und kämpft mit «Make Solothurn great again!» gegen Fluris Windmühlen. «I have many friends here», begründet er, warum er Stadtpräsident werden will. «Das sind Palmen, du Lügenpresse, du», sagt er über die durch Honolulu wandelnden Tannenbäume. «Believe me. Nobody knows Fasnacht better than me.» Sein Wahlkampfmotto habe er übrigens Rosso abgekupfert – die darüber keinen roten Kopf bekommt, weil da gleichzeitig auch Fidels Geist durch Honolulus Gassen wandelt. Prost mit einem Cuba Libre.

«Chunsch ou?», fragt der Groupier im Ballzillus. Zunächst sieht es wegen des grosswunderwarmen Abends eher nach «rien ne va plus» aus. Die ersten Derendinger Ämmekracher machen schon vor Mitternacht schlapp und legen sich in einen Hauseingang. Doch je länger die Narren ihr Unwesen treiben, um so mehr ändert sich das Motto Richtung «all in» und das Landhaus verwandelt sich in ein Casino der Liebe. Doch aufgepasst: Das Feuer einer honolulesischen Leidenschaft erlischt erfahrungsgemäss im Morgengrauen des Aschermittwochs.

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