«Die Seniorenakademie soll das Lern- und Bildungsforum für Interessierte aller Generationen sein und Begegnungen mit Gleichgesinnten ermöglichen», definiert Rudolf Erzer den Sinn und Zweck des neuen Angebots, das am 4. Mai mit dem ersten Vortrag lanciert und am 8. Juni offiziell eröffnet wird. «Das Interesse ist riesig», meint der Initiant, der auch ein hochkarätiges Patronatskomitee im Rücken hat.

Dazu gestossen ist jetzt auch die Professorin für Philosophie und Geistesgeschichte, Caren Gloy, die den Eröffnungsvortrag über die Weisheit im Alter hält, und ebenfalls neu ins Komitee eingetreten ist die bekannte Sopranistin und Professorin Barbara Locher, Dozentin für Sologesang an der Hochschule Luzern.

«Bereits haben wir 110 Anmeldungen, und zusätzlich besteht in der Altersresidenz Tertianum weiteres Potenzial für rund 300 Interessierte.» Erzer betont in diesem Zusammenhang, dass die Seniorenakademie keineswegs nur den Bewohnerinnen und Bewohnern der Altersresidenz auf der Sphinxmatte, sondern allen, nicht nur älteren Interessierten, offen steht.

Ein breiter Themenfächer

Die Tertianum AG unterstützt jedoch die Seniorenakademie, indem sie ihren Bewohnern Gutscheine für den Besuch der Vorträge abgibt, und auch ein entsprechendes Platzangebot bereithält. So verfügt die Seniorenakademie über ein eigenes Büro und zwei Vortragsräume mit je 120 und 70 Plätzen.

Im Weiteren will Rudolf Erzer mit der Pro Senectute des Kantons Solothurn zusammenarbeiten, «aber auch das Bürgerspital ist interessiert, ein Vortragsteam zu stellen».

«Die Philosophiekurse sind bereits sehr gut gebucht», verweist Rudolf Erzer auf den ersten Zyklus, der sich mit Lebensfragen und Philosophie befasst. Nach dem erwähnten Startreferat «Weisheit im Alter» befasst sich ein weiterer der je zweistündigen Vorträge mit der «Philosophie des Glücks», Nummer drei und vier sind Albert Camus und Friedrich Nietzsche gewidmet, ehe Regierungsrat Klaus Fischer am 1. Juni, den ersten Zyklus mit dem Thema beschliesst «Ist die Politik für das Glück der Menschen zuständig?»

Die Vorträge sind jeweils auf 15 Uhr angesetzt, «es könnte jedoch sein, dass wir je nach Interesse auch einmal auf den Abend ausweichen», erklärt Erzer. Jedenfalls soll aber nach den Vorträgen die Möglichkeit zur Diskussion mit den Referenten bestehen. Denn diese sind in jedem Fall hochkarätig: So eröffnet Professor Christian Körner von der Universität Basel am 8. Juni den zweiten Zyklus des ersten Semesters unter dem Obertitel «Ökologie in der Landschaft» mit dem wichtigen Aspekt «Warum Biodiversität alle betrifft».

Gleich zweimal wird sich in diesem Zyklus zudem der bekannte Solothurner Biologe Urs Schwarz praktisch und theoretisch mit dem Naturgarten auseinandersetzen.

Alter und Gesundheit

Bereits existiert aber in den Grundzügen auch das Programm des zweiten Semesters, dessen erster Zyklus unter der Affiche «Alter und Gesundheit» steht. So befasst sich Martin Kompis, leitender Arzt und Professor am Inselspital Bern, am 21. September mit den Ursachen, den Auswirkungen und der Behandlung der Schwerhörigkeit.

Professor Klaus Opwis von der Universität Basel bringt darauf die «Rätsel des Geistes: das menschliche Gedächtnis» näher. Und garantiert auf Rieseninteresse dürfte der ehemalige Solothurner Oberfeldarzt Gianpiero Lupi mit seinem Vortrag zu den beiden brisanten Themen «Sterbehilfe und Patientenverfügung» stossen.

Geschichtlich dominiert ist der zweite Zyklus zu «Solothurns lebendiger Vergangenheit», der auch «Kunst und Kultur» umfasst. «Im Augenblick klären wir zudem ab, ob der französische Botschafter in der Schweiz am 9. November zur Thematik Frankreich und die Schweiz zur Ambassadorenzeit referieren kann», stellt Rudolf Erzer eine weitere «Programm-Rosine» in Aussicht.

Das grosse Finale bestreiten dann bis im Dezember im dritten Zyklus «Rückschau Politik» Regierungsrat und Landammann Christian Wanner sowie Professor Urs Altermatt, dessen Schlussvortrag der insgesamt 21. in diesem Jahr sein wird.

Infos zur Seniorenakademie unter: www.seniorenakademiesolothurn.ch