Solothurn
Akademie der Generationen ist schon bald Geschichte

Nach sieben Jahren beendet Rudolf Erzer sein Projekt Akademie der Generationen. In dieser Zeit konnte er viele spannende Persönlichkeiten in Solothurn begrüssen.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Mehrere Jahre durfte Rudolf Erzer mit der Akademie der Generationen Gastrecht im Sommerhaus Vigier geniessen.
7 Bilder
Die Akademie der Generationenen durfte auf viele bekannte Persönlichkeiten zählen.
Initiant Rudolf Erzer bei der Gründung der damaligen Seniorenakademie im Tertianum 2011.
Akademie der Generationen
Auch Carla del Ponte referierte vor der Akademie.
Alt-Bundesrat Samuel Schmid unterstützte Rudolf Erzer ebenfalls.
Auch Peter Wanner, Verleger, der AZ-Mediengruppe, gehörte zu den Referenten.

Mehrere Jahre durfte Rudolf Erzer mit der Akademie der Generationen Gastrecht im Sommerhaus Vigier geniessen.

Andreas Kaufmann

«Will ich dem Gummibaum beim Wachsen zusehen? Oder habe ich mit meinem Leben noch was Besseres vor?» Dies fragte sich Rudolf Erzer vor sieben Jahren, als er beschloss, in Solothurn eine Senioren-Akademie ins Leben zu rufen. Die spätere Akademie der Generationen, zuerst in der Altersresidenz Tertianum beheimatet, dann etliche Jahre im Sommerhaus Vigier, florierte und brachte viele Referate mit grossen Persönlichkeiten nach Solothurn.

Fünf Jahre lang blühte auch ein Zweig der Akademie im Berner Oberland, wo Lisbeth Mathys als engagierte Mentorin amtet. Und dort in Spiez, findet nun am 27. April der letzte Akademie-Vortrag überhaupt statt. Denn Rudolf Erzer, bald 70, hat beschlossen, nun sein lange sehr erfolgreiches Projekt einzustellen.

Ein Strauss von Gründen

An sich habe er ein Weiterführen der Akademie mit zwei möglichen, auswärtigen Nachfolgern erwogen, aber dann die Absicht nicht mehr verfolgt. Für Rudolf Erzer gibt es aber einige Gründe, die ihn neben seinem Alter zum Aufhören bewegen. Lukrativ sei das Ganze nicht gewesen. Und: «Aufgrund des Erfolgs kamen auch andere auf den Geschmack, ähnliche Veranstaltungen zu organisieren», meint er, oder: «In Solothurn gibt es inzwischen derart viele kulturelle Anlässe, dass es einem direkt ‹trümmlig› wird.»

Zudem werde auch die Stamm-Klientel seines Publikums ständig älter, «viele gehen inzwischen abends nicht mehr so gerne aus dem Haus.» Schliesslich «kaut» Erzer aber immer noch am grossen Verlust jenes Wegbereiters, der ihn in den Anfangsjahren bei den Akademie-Plänen so engagiert unterstützt hatte: Im Mai 2013 war der pensionierte Oberfeldarzt Gianpiero Lupi gestorben. Ein Verlust, der ihn noch heute verfolge, so Erzer.

Von Nicollier zu Del Ponte

Als Rudolf Erzer sein Projekt im Frühling 2011 mit einem Referat unter dem sinnigen Namen «Weisheit im Alter» startete, kamen 120 Zuhörerinnen und Zuhörer. Ermutigt durch den Erfolg und unterstützt durch ein breites Netzwerk, griff die Institution bald weiter, und 2013 wurde die Namensänderung zu «Akademie der Generationen» beschlossen – «der Begriff Senioren schreckte viele Leute ab».

Im Programm der Akademie tauchten immer wieder prominente Referentinnen und Referenten auf: Der Schweizer Weltraum-Pionier Claude Nicollier gehörte ebenso dazu wie Carla Del Ponte, Thomas F. Borer, der deutsche Botschafter und seine US-Kollegin oder auch Peter Wanner, Verleger der AZ-Mediengruppe. Auch konnte Erzer Prominenz wie Alt-Bundesrat Samuel Schmid als Präsidenten des Patronatskomitees gewinnen.

Beliebt waren aber die Geschichtszirkel in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und der Kantonsschule sowie die Vorträge des Solothurner Philosophen und Theologen Reto Stampfli. Und darum meint Rudolf Erzer im Rückblick auf die erfolgreiche Akademie-Geschichte: «Ich höre lieber mit diesen guten Erinnerungen auf.»

Aktuelle Nachrichten