Kleinkunsttag

Aerobic, Musik und Comedy – amüsanter Abend zum Jahresende im Kofmehl

Vor ausverkauften Rängen gab es im Kofmehl in Solothurn zehn Mal zehn Minuten beste Unterhaltung. Die ausverkaufte Veranstaltung bescherte dem Publikum einen unvergesslichen Abend.

Die Kultur lebt in Solothurn. Das bewiesen in der Freitagnacht zum 13. Mal auch die Solothurner Kleinkunsttage, die eigentlich in einer Nacht zusammengefasst sind. Zehn Auftritte von nur je zehn Minuten strapazierten die Lachmuskeln des Publikums auf der grossen Bühne im Kofmehl. Zu haben war für jede und jeden etwas, und für Rolf Hasler, der als Moderator mit viel Witz durch das temporeiche Programm führte, gab es kaum eine Verschnaufpause.

Vom pensionierten Pfarrer Bruno Wieher aus Grenchen, der die frohe Botschaft für einmal auf einer Leiter statt auf der Kanzel verkündete, von kriminellen Sylvester-Schreckmümpfeli, wiedergegeben und erfunden vom Krimiautor Christof Gasser, bis zu witzigem Poetry Slam des Baselbieter Primarlehrer und mehrfachem Schweizer Meister Dominik Muheim sowie atemberaubender Paar-Aerobic aus dem nahen Laupersdorf. Wie beliebt dieses Potpourri in der Altjahreswoche ist, liess sich am herbeigeströmten Publikum ablesen. «Ausverkauft» hiess es schon bald nach der Ankündigung.

«I ha es Härzli wie es Vögeli»

Mit den Wöschchuchi Serenaders wurde das Publikum zum Auftakt gleich in die für den Abend passende Stimmung versetzt. Zu den üblichen Instrumenten wie Gitarre, Schlagzeug und Akkordeon gesellten sich in ihrer Musikwaschküche auch ungewohnte Klangmittel wie ein Waschzuberbass, ein Waschbrett und Wäscheklammern. Mit dem Blues «I ha es Härzli wie es Vögeli» hatten sie das Publikum für sicher auf ihrer Seite.

Musikalische Präsenz zeigten Bill und Coo, Mitglieder der beliebten Frauenband «Ladybirds», die mit Gitarre, Keyboard und selbst geschriebenen Liedern die Zuhörer begeisterten. In der gleichen Sparte angesiedelt war Christoph Greuter, der an seiner Lap Steel Gitarre gleich auch seinem frischgeborenen Enkel eine Hommage widmete und nebst amerikanischem Folk aus dem 19. Jahrhundert, den einheimischen Dichter Josef Reinhart mit einer Darbietung ehrte.

Den ersten Teil des vergnüglichen Abends beendete kurz vor der halbstündigen Pause das bekannte Volksmusikquartett Ohalätz, dessen Spielfreude und Können im Publikum Spuren hinterlassen haben dürfte. Begeistert vom Auftritt war aber auch Bassistin Rahel Laubscher selbst: «Wir waren das erste Mal hier und haben uns über die Einladung sehr gefreut», verriet die Sekretärin des Stadtpräsidenten am Ende des Abends.

Ein zirkusreifes Highlight

Gleich nach der Pause trumpfte die mehrfache Schweizer Meisterin und Gewinnerin des Solothurner Sportpreises, Ramona Probst, mit ihrem Aerobic-Partner Michel Anken und ihrem  Aerobic-Team bestehend aus fünf weiteren Frauen auf. Ein zirkusreifes Highlight ebenfalls, wie sich bald herausstellte.

Munter und in gewohnt spassiger Art plauderte Schauspieler Jens Wachholz, ein Virtuose der deutschen Sprache und auch bekannt als Hauswart in der Donnerstags-Talkshow «11 nach 9», über weihnächtliche Wahrnehmungen und Erlebnisse.

Zur Abrundung des gelungenen Programms schliesslich zeigten die Aargauer Situationskomiker Christian Gysi und Bruno Maurer, besser bekannt unter dem Namen «Pasta del Amore», was sie im Kasten haben. Die beiden haben sich zur Freude der Liebhaber des clownesken Theaters erst kürzlich in der Komikerszene wieder zurückgemeldet und gehören bereits wieder zu den Besten in der Szene. Vor allem die skurrilen Elektro-Klänge auf nackten Oberkörpern lösten wahre Begeisterungsstürme aus.

Pasta del Amore spielen Musik auf ihren Körpern (Deville Late Night)

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