Panathlon-Club

Adolf Ogi: «Ich versuche immer, etwas zu bewegen»

Adolf Ogi im Element

Adolf Ogi im Element

Alt Bundesrat Adolf Ogi war zu Gast bei den Panathlon-Clubs Solothurn, Olten und Biel. Er überzeugte das Publikum mit bodenständigen Worten.

Wenn ein ehemaliger Magistrat ein Referat hält, nickt man entweder ein oder klebt an seinen Lippen. Letzteres war bei Adolf Ogi der Fall. Der Alt-Bundesrat zog an einem Anlass des Panathlon- Clubs Solothurn das Publikum in seinen Bann. Wohltuend wirkten die bodenständigen, glaubwürdigen und pointierten Worte des ehemaligen Kandersteger Primarschülers Ogi.

Einem Macher, der «liefert statt lafert» und so sehr viel geschafft und erreicht hat. Ein fünffacher Ehren-Doktor, der vom Schicksal nicht verschont blieb. Da er heute Kraft seiner Nicht-Ämter niemandem mehr etwas schuldig ist, kann er frei und ungebunden reden und erzählen.

Bereit sein, einzustecken

Mit der gut einstündigen Rede, die der Ex-Magistrat vor den Panathlonisten hielt, könnte er auf Schweizer-Tournee gehen und er würde die Säle füllen. Das war keine runtergeleierte Horde Buchstaben, die Ogi da den zahlreich anwesenden Sportförderern aus Solothurn, Biel und Olten servierte. Kein hochtrabender, in jedem Akkusativ zwar korrekter, aber offenkundig deklamierter Wisch, der so gar nichts in einem auslöst.

So nichtssagend und den ersten Teil des Satzes im zweiten gleich wieder widerrufend. Von x-welchen Politikern vorgetragen, die es sich in erster Linie mit niemandem verscherzen wollen. Ogi sagt: «Wenn du etwas bewegen willst, musst Du bereit sein, auch mal einen ‹a Gring z becho› und von den anderen fertiggemacht zu werden.»

Mit seiner Rede, die als Witz von einem Couchepin erzählt, der beim Lösen eines Kreuzworträtsels im Zug verzweifelt nach einem Alt-Bundesrat mit drei Buchstaben sucht und dabei auf «moi» kommt. Von einem, der sagt, dass «ich längst nicht alles richtig mache und gemacht habe. Aber wo man mich hinstellt, versuche ich immer, etwas zu bewegen». Von einem, der von Zeitfenstern spricht, die sich im Leben öffnen und die man erkennen und nutzen muss, um etwas zu bewegen. Von einem, der als Führungs-Dogma vermittelt: «Ich steh zu Dir, ich decke Dich, ich schenke Dir mein ganzes Vertrauen – so lange, bis du mich einmal enttäuscht hast.» Einem der sagt, bei mir ist kein Satz länger als eine A4-Seite breit ist; nur so versteht ihn jeder.

Mit Monsieur le Président

Von einem, der als SVPler einst das Herz des überzeugten französischen Sozialisten und Staatspräsidenten François Mitterrand eroberte. Von ihm, der es einst als Nummer 21 von 25 und Oberländer auf der Emmentaler SVP-Nationalrats-Kandidaten-Liste mit dem Slogan «OGI = Offen, Gut, Integer» in den Nationalrat schaffte. Und von einem, der die Skistars Russi, Colombin und Co. seinerzeit als Boss des Skiverbandes auf dem Bahnhof-Platz in Pontresina zusammenstauchte und ihnen beibrachte, was geht und was nicht. Russi ist ihm heute noch dankbar für diese Lektion, die ihn, wie er selbst sagt, 1972 zum Olympiasieger machte.

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