Museum Altes Zeughaus
Adé Züghusjoggeli: Zeit für ein letztes Fan-Bild vor der Sanierung

Das Museum Altes Zeughaus ist leergeräumt. Doch bevor es an die Innensanierung des 400-jährigen Hauses geht, gab es noch eine Schlussfeier. Im Frühling 2016 soll das Museum dann in neuem Glanz erscheinen.

Katharina Arni-Howald
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Denkmalpfleger Stefan Blank und Claudia Moritzi (CO-Museumsleiterin) führen in einem Frage-Antwort-Dialog die Besucher durch
13 Bilder
Die richtigen Rüstungen sind in Kisten verstaut
 Bildungsdirektor Remo Ankli tut es dem Solothurner Held Niklaus von Wengi (Gemälde im Hintergrund) gleich und stellt sich für seine Rede vor die Kanone.
Antikes Kriegsmaterial wird bestaunt
Sanierung des Zeughauses in Solothurn wird mit Schlussfeier eingeläutet
Die alten Gemäuer inspirieren sogar die jüngsten Museumsbesucher.
Basteln in mittelalterlichem Ambiente
Basteln in mittelalterlichem Ambiente
Auch die ganz Kleinen wollen mitmachen
Basteln in mittelalterlichem Ambiente
Antonino Pino Quartett mit Simon Spiess
Schminken-ein Dauerbrenner
Schminken-ein Dauerbrenner

Denkmalpfleger Stefan Blank und Claudia Moritzi (CO-Museumsleiterin) führen in einem Frage-Antwort-Dialog die Besucher durch

Hanspeter Bärtschi

Leere Räume, kompakt verpackte und mit einer Nummer und einem Strichcode versehene Rüstungen und da und dort eine Kartonschachtel oder eine Beschriftung, die daran erinnert, dass sich die kleine Stadt Solothurn nur dank den französischen Beziehungen ein derart gigantisches Zeughaus leisten konnte. Vorübergehend in ein nicht näher genanntes Depot geschickt wurden auch die 400 Harnische, Waffen, Uniformen und die umfangreiche Fahnensammlung.

Ins Armeemuseum Burgdorf zurückgeführt wurden die ausgeliehenen Kanonen, die so manches Militärherz höher schlagen liessen. Nur die Figurengruppe mit den Tagsatzungsteilnehmern, die 1481 in Stans Geschichte schrieben, steht ein bisschen verloren in den von hölzernen Stützen getragenen Hallen. Insgesamt 16 Monate wird es dauern, bis der Umbau des Alten Zeughauses, die Innensanierung und die Erneuerung der Dauerausstellung abgeschlossen sein werden.

Vor dem Museum ist ein kleines Zelt aufgestellt. Auf den Tischen leuchten Sonnenblumen, und im heissen Öl brutzeln Armeekäseschnitten. In einer Ecke falten Kinder einen Züghusjoggeli. Auch er wird vorübergehend aus dem Stadtbild verschwinden.

Schutz war nicht mehr zeitgemäss

«Es ist ein eigenartiges Gefühl, das mit Wehmut verbunden ist», sagt Co-Museumsleiterin Claudia Moritzi zu den Besuchern, die im Rahmen des Museumsfestes noch einmal durch das geschichtsträchtige Haus schreiten wollen. Dieses wurde bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts zum Teil museal eingerichtet. Dass sich eine Sanierung aufdrängt, ist nachvollziehbar. «Der Brandschutz und die Aufbewahrung der Objekte entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen», weiss auch Bildungsdirektor Remo Ankli, der zudem bemängelt, dass keine entsprechenden Fluchtwege vorhanden sind und daran erinnert, dass die grosse Mehrheit im Kantonsrat dem Umbau zugestimmt hat.

Laut dem kantonalen Denkmalpfleger Stefan Blank ist der behäbige, dreigeschossige Bau in den Jahren 1614 bis 1619 erbaut worden und gilt im schweizerischen Vergleich als das grösste und am besten erhaltene Zeughaus aus der Zeit der Alten Eidgenossenschaft. Es gelte deshalb, die Vergangenheit zu bewahren und die historische Bausubstanz respektvoll zu behandeln. Trotzdem dürfe man vor der Gegenwart und der Zukunft die Augen nicht verschliessen.

Veränderungen in einem Gebäude, das zusammen mit dem Inhalt eine Einheit bilde, müssten gut abgewogen werden. «Die Entscheide sind bei der vierjährigen Planung nicht leicht gefallen», liess der Denkmalpfleger die interessierten Besucher wissen. Und: «Veränderungen sind immer auch Interessenabwägungen.» Ein wichtiges Thema bei der Planung seien die Statik und die Holzstützen des Gebäudes gewesen, die die Stockwerke unterteilen. «Wir kommen nicht daran vorbei, Betonelemente einzubauen, die allerdings nicht sichtbar sein werden», so Stefan Blank weiter.

Die Sicherheit geht vor

Eine knifflige Angelegenheit sei auch der unebene Boden mit den kleinformatigen, quadratischen Tonplatten in den oberen Stockwerken, von denen die eine oder andere zerbrechen könnte. Viel zu diskutieren gab auch der Einbau eines Lifts, der vieles im Haus erleichtern wird. Eines ist bereits heute klar: Bei allem, was geplant ist, geht die Sicherheit vor, und in der zukünftigen Ausstellung werden neue Akzente gesetzt.