Stadt Solothurn
Abtauchen in die Welt des Zeichentrickfilms am Ferienpass

Im Rahmen des Solothurner Ferienpass entstehen die unterschiedlichsten Trickfilme in Stefan Bächlis Trickfilm-Kurs. Es sind kreative Köpfe am Werk, die Standbilder und Zeichnungen zum Laufen bringen.

Marina Stalder
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In kreatives Werken vertieft: In diesem Ferienpass-Angebot entstehen Trickfilme unterschiedlicher Art.
5 Bilder
Unterstützung moderner Technik gehört auch mit dazu
Auch mit Knetfiguren lassen sich Trickfilme machen
Am Lichtpult wirds kreativ
Am Lichtpult wirds kreativ

In kreatives Werken vertieft: In diesem Ferienpass-Angebot entstehen Trickfilme unterschiedlicher Art.

Marina Stalder

Stefan Bächli erklärt der Gruppe zu Beginn dieses Kursmorgens nicht viel, sondern lässt sie an ihrem Projekt vom letzten Tag weiterarbeiten. Die Kinder sind gut instruiert und kennen sich mit den Vorgängen und Abläufen, die für einen Trickfilm von Nöten sind, bestens aus. Im dunklen Raum geht Bächli von Kind zu Kind und schaut sich gemeinsam mit den Kindern ihre Fortschritte an oder hilft ihnen bei der Umsetzung.

Elf Kinder sind diese Woche im Trickfilmkurs im Rahmen des Solothurner Ferienpasses und zeichnen, basteln und bauen um die Wette. «Jedes Kind soll mit den Materialien arbeiten, die es am meisten ansprechen. Ich zwinge kein Kind, welches gerne bastelt, zu zeichnen», erklärt Stefan Bächli von der TrickFilmBüx, einem mobilen Animationsfilm-Atelier.

Legoprofis und viel Girlpower

Einige der Kinder setzen sich in diesem Kurs zum ersten Mal mit der Frage auseinander, wie bewegte Bilder funktionieren. Nicht so Tim, 10, der bereits ein Vollprofi im Trickfilmemachen ist. «Letztes Jahr habe ich meine erste Kamera geschenkt gekriegt und dann einen Monat später eine zweite Kamera selber dazugekauft», erzählt er stolz. Seither dreht er regelmässig eigene Legofilme, für die er eine grosse Menge an Legos angesammelt hat. Momentan arbeitet Tim zu Hause sogar an einem Film, welcher eineinhalb Stunden dauern soll. «Ich habe bereits jetzt drei ganze Speicherkarten voll!» Ob er sich vorstellen kann, später professionell Trickfilme zu produzieren? «Ja, auf jeden Fall!»

Tanja, 13, und Zora, 11, zwei der drei Mädchen der Gruppe, sitzen vor dem beleuchteten Malpult und überlegen sich eine Geschichte für ihren nächsten Film. Ihre letzten Zeichnungen, von einer verliebten Biene und einer menschenfressenden Sonne, haben sie gerade vorher selber aufgenommen und auf dem Computer zu einem Film verarbeitet. Obwohl sie einige der wenigen Mädchen im Kurs sind, finden sie, dass Trickfilme nicht nur etwas für Jungs sind. «Zeichentrickfilme und Zeichnen im Allgemeinen sind Sachen für alle, die Spass daran haben. Egal ob Junge oder Mädchen», sagt Zora. Beide sind begeisterte Zeichnerinnen und finden den Kurs sehr spannend. Doch Tanja weiss jetzt schon: «Ich möchte später sehr gerne etwas mit Zeichnen machen, aber für Zeichentrickfilme habe ich einfach viel zu wenig Geduld.»

Ein Kurs ohne Grenzen

Dass bei Animationen Geduld von Nöten ist, weiss keiner besser als Stefan Bächli, welcher vor 20 Jahren selber mit einer Super-8-Kamera begann, Trickfilme zu machen. «Damals filmte man einfach und wusste erst zwei Tage später, ob das Resultat brauchbar geworden ist oder nicht. Mit der digitalen Technologie ist das Filmemachen viel einfacher geworden und bietet neue Möglichkeiten.»

Möglichkeiten scheinen die Kinder, die den Kurs besuchen, genug zu haben. Bei der grossen Auswahl an Methoden vom Zeichnen und von der Legoanimation über Sand- und Plastilinanimationen findet jeder etwas, das ihm Spass bereitet.

TrickFilmBüx – eine vielfältige Wunderkiste

Stefan Bächli begann vor 20 Jahren mit dem bewegten Bild zu arbeiten und führt seit 2010 Trickfilmkurse mit Kindern und Erwachsenen durch. Zeichnen ist nicht die einzige Methode, die für Trickfilme verwendet wird. Ebenso bietet die TrickFilmBüx die Möglichkeit an, sich in Sand- und Pulveranimation, Objekt-, Plastilinanimation oder Pixilation, Legetrickmethode und dem direkten Bearbeiten von Film zu üben. Die Kurse eignen sich für Kinder ab der dritten Klasse und dauern meistens fünf Tage à je drei bis fünf Stunden.

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