Für Kunst und die Naturschönheiten hat sich Judith Nussbaumer aus Fulenbach schon immer interessiert. Die Künstlerin hat sich mit Techniken zwischen Malerei und Eisenskulptur sowie auch Lehrtätigkeit befasst. Nach dem Aquarellieren folgte schnell die Acrylmalerei, die bis heute die bezeichnenden intensiven Farben ermöglicht.

Seither ist bei Judith Nussbaumer unabhängig vom Themenbereich der Drang, aus der Figuration in die Abstraktion bis zur Geometrisierung vorzustossen, der treibende Impuls. In den neuen Arbeiten wird dies anhand der Meerlandschaften manifest, inspiriert von einem Aufenthalt auf Ameland, einer westfriesischen Nordseeinsel.

Das Waagrechte ist bei Nussbaumer oft strukturbestimmend. Kontrastierende Farbbänder gleich einem Landschaftsteppich und/oder Überlagerungen verschiedener Horizonte wie Wasserlinie, Wellenkrone oder supponierte Ebbe und Flut schaffen variationsreiche Resonanzräume, die im Zuge zur Abstraktion den Bildaufbau bestimmen. Als überraschende und gleichzeitig geniale Idee bringt Nussbaumer mit eingestreuten kurzstrichigen zaunartigen Bändern die Vertikale wie eine Irritation des Prinzips ins Bildgeschehen. Dazu im Gegensatz verbleibt die Künstlerin in einigen Exponaten fast gänzlich im beschaulich figurativen Ansatz.

Kettensägenkunst

Die Holzskulpturen von Pascal Murer wurden bereits in der letzten Ausstellung vorgestellt und in der Ausgabe vom 16. April 2016 beschrieben. Die dynamischen Formen vermitteln einen diametralen Gegensatz zu den gefühlsgetragenen weitschweifenden Landschaften.

Allein die Verwendung der Kettensäge verweist auf einen anderen Zugriff und Eingriff in die Materie Holz. Das Thema der Arbeiten von Pascal Murer ist der Baum als Wesenheit der Natur. Grundlage dazu ist sein zeichnerisches Werk, in dem er sich auch mit der Harmonie von gewachsenen Linien und Formen auseinandersetzt, die er im weiblichen Körper findet.

In seinen Arbeiten geht es Pascal Murer darum, das Zeichnerische in die dritte Dimension zu transponieren. In den Skulpturen entwickelt er florale zum Licht strebende Formen als Symbole des Lebens und Zeichen des Kreislaufes der Natur.

Licht, Schatten und Materie bilden das Gewebe seiner Skulpturen. Der Künstler beobachtet und registriert, was um ihn passiert, das Wachsen und Verblühen, das ewige Werden. Als Symbole dessen sind die zahlreichen V-förmigen Formen der Skulpturen aus verschiedenen Hölzern, das In-die-Höhe-Streben, das er als Crescendo bezeichnet.