Dreissig Jahre sind es her, als die Keramikerin Elisabeth Pott-Bischofberger am Riedholzplatz 4a in Solothurn ihr Wohn-Atelier zur Miete übernehmen konnte. Die beiden Räume waren damals in miserablem Zustand, gehörten zunächst noch der Coop und wurden dann bald von einer gemeinnützigen Stiftung übernommen. Mit viel persönlichem Einsatz verwandelte die Künstlerin die Räume in eine Oase der Ruhe und der Kreativität, wo sie sich zum Arbeiten und Wohnen wohl fühlte.

Dann vor einigen Monaten der Schreck: Pott-Bischofberger bekam die Kündigung der Wohnung, denn die Liegenschaft wurde verkauft. «Der neue Hausbesitzer möchte die Liegenschaft gesamthaft sanieren. Deshalb muss ich hier raus», sagt Pott-Bischofberger. Nach einigem Hin und Her, Tagen und Nächten der Ungewissheit sowie anwaltschaftlicher Beratung konnte ihr Auszug jetzt bis September 2014 hinausgeschoben werden. «Ich habe mich jetzt damit abgefunden, ein neues Zuhause zu suchen. Im Winter, wenn es kalt wird, fällt mir dies auch nicht allzu schwer, denn meine Wohnung verfügt über keine Zentralheizung. In der schönen Jahreszeit ist es aber etwas anderes.»

Ateliersuche ist nicht einfach

Pott-Bischofberger ist schon seit längerem daran, sich eine neue Bleibe zu suchen, was nicht einfach ist. «Ich wünschte mir wiederum ein Wohn-Atelier von rund 90 Quadratmeter Grösse. Es muss überhaupt nicht feudal sein. Ich möchte aber in der Stadt Solothurn wohnen bleiben, auch wenn es nicht mehr diese zentrale Lage sein wird», sagt sie.

Trotz ihrer belastenden Situation hat die Keramikerin auch in diesem Jahr ihre schöpferische Arbeit nicht ruhen lassen. Im Gegenteil. «Die Unsicherheit hat meiner Kreativität wohl neuen Schub gegeben», sagt sie. Mit dem Gedanken «Jetzt erst recht» schuf sie Objekte, Schalen und Vasen in ihrer bekannten, unvergleichlichen Art. Wer aber genau hinschaut, erkennt, dass ihre Arbeiten um Nuancen kraftvoller, energischer geworden sind. Die Formen sind präziser, die Ecken und Kanten stärker herausgearbeitet, die Farbaufträge entschiedener.

Doch die sichere, meisterliche Beherrschung der Werkstoffe Porzellan und Steinzeug, das absolute Gespür für die Form, die sich auch in den feinen präsentierten Zeichnungen erkennen lässt, sind unverkennbar Pott-Bischofberger.

Noch bis zum 16. Dezember öffnet die Künstlerin ihre Wohn- und Arbeitsräume für Besucher, wo diese während der hektischen Vorweihnachtszeit in eine Oase der Ruhe und Stille eintreten können.

Jeweils Samstag und Sonntag, 11–17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung. 032 623 40 16. Riedholzplatz 4a, Solothurn.