Solothurn
Abschied von einem «faszinierenden Vertrags- und Verhandlungspartner»

Eine grosse Trauergemeinde hat zu St. Ursen Abschied von Markus Graf genommen, der vor einer Woche mit 68 Jahren einem Herzversagen erlegen war. Gewürdigt wurden die Verdienste des Unternehmers und Investors für die Stadt und Region Solothurn.

Wolfgang Wagmann
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Eine grosse Trauergemeinde gedachte Markus Graf zu St. Ursen.

Eine grosse Trauergemeinde gedachte Markus Graf zu St. Ursen.

Hanspeter Bärtschi

«Es sind die schwierigen Dinge, die das Leben interessant machen», zitierte Stadtpräsident Kurt Fluri den römischen Philosophen Seneca. Und: «Die schweizerische Volkswirtschaft durfte in reichem Masse davon profitieren, dass Markus Graf sich offensichtlich dieser Lebensphilosophie verschrieben hat.» Davon habe auch die Stadt und Region profitiert, meinte Fluri weiter und ging detailliert auf Grafs drei Grossprojekte in der Stadt ein: die Seminarmeile, die Bahnhofüberbauung Perron 1 und den Umbau des «Couronne»-Ensembles.

Er erwähnte in diesem Zusammenhang, dass Markus Graf sich auch bei den SBB für eine weitere Überbauung im östlichen Bahnhof-Areal starkgemacht hatte. Kurt Fluri zusammenfassend: «Markus Graf hat in allen drei Beispielen natürlich mit Geschäftssinn, aber auch mit Herzblut und mit Liebe zur Heimat erkannt, wie bedeutsam derartige Investitionen für das Selbstbewusstsein und den volkswirtschaftlichen Fortschritt einer Region sind. Dass es Investitionen in Immobilien nicht nur wegen der daraus erzielbaren Renditen sind, sondern auch Investitionen in die Werthaltigkeit einer Stadt und Region – das macht aus unserer Sicht das Besondere aus, das wir bei seinem Engagement immer spüren durften.»

Stationen von Markus Graf in Solothurn 2001 macht sich Markus Graf für die Seminarmeile stark.
13 Bilder
Vertragsunterzeichnung zur Seminameile am 25. September 2002.
Am 8. Dezember 2006 wird das Seminarhotel eröffnet
Die Seminarmeile mit dem heutigen H4-Hotel, dem Palais Besenval und dem Landhaus.
Auch die Überbauung Perron 1 am Solothurner Hauptbahnhof gehört zu Markus Grafs Werken.
Beim HESO-Plausch 2011 mit seiner Gattin Esther Luterbacher.
Kauf des Hotels Krone 2012 (v. l) v.l. Markus Graf, Baudirektor Walter Straumann, Stadtpräsident Kurt Fluri.
In der Seminarhotel-Dachlounge im November 2014.
Markus Graf erklärt im Oktober 2014 das Riverside-Projekt.
Projektleiter Thomas Grossenbacher und Markus Graf im Oktober 2015 vor der Krone im Umbau.
Das Aus für die Wasserstadt war für Markus Graf im März 2016 ein Tiefschlag.
An einem HESO-Podium diskutiert Markus Graf 2017 mit Stadtpräsident Kurt Fluri und Unternehmer Josef Maushart
Das letzte offizielle Bild: Spatenstich am 15. Februar, zwei Tage vor seinem Tod, in Feldbrunnen. Markus Graf als Dritter von links.

Stationen von Markus Graf in Solothurn 2001 macht sich Markus Graf für die Seminarmeile stark.

Robert Grogg

Ein guter Moderator

Nebst weiteren Rednern aus dem beruflichen und familiären Umfeld hob alt Regierungsrat Walter Straumann die Verdienste des Verstorbenen auch für den Kanton hervor. «Wie er immer wusste, was er will, ist Markus Graf auf dem Weg zu Lösungen auch mit Hindernissen und Widerständen konsequent umgegangen. Aber nicht wie jemand, der einfach beseitigt, was ihm gerade in den Weg kommt. Mehr wie ein guter Moderator, mit viel Geduld und vorbildlichem Verständnis – ein faszinierender Vertrags- und Verhandlungspartner», betonte der Wegbegleiter und damalige Baudirektor.

Straumann lobte auch Grafs Berücksichtigung von Olten als Sitz der Swiss Prime Site und hielt nochmals zum «Fall Couronne» – er und Kurt Fluri hatten den «Krone»-Kauf diskret eingefädelt – fest: «Ich bin heute sicher, dass besonders freiheitlich gesinnte Solothurner ihre ordnungspolitischen Bedenken in diesem Fall nicht für sich behalten hätten, wenn sie nicht gewusst hätten, dass die Sache mit Markus Graf in guten Händen ist.»

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