Solothurn

Abschied vom ehemaligen «Wirthen»-Wirt

Der ehemalige «Wirthen»-Wirt bleibt als engagierter Mensch in Erinnerung. (Bild: 2012)

Der ehemalige «Wirthen»-Wirt bleibt als engagierter Mensch in Erinnerung. (Bild: 2012)

Mit Hermann Sahli verliert die Stadt Solothurn einen engagierten und geselligen Gastronomen.

Vielen Solothurnern war er ein bekanntes Gesicht: Hermann Sahli-Brupbacher war lange Jahre Wirt des Zunfthauses zu Wirthen. Am Sonntag vor einer Woche ist er 83-jährig nach einer kurzen, intensiven Krankheit gestorben. Hermann Sahli kam 1936 im Sennhaus auf dem Weissenstein zur Welt, wo er auch die ersten Lebensjahre verbrachte. Die Familie führte den Bauernbetrieb und das dazugehörende Restaurant. Während seiner Jugendzeit lebte Sahli in Winistorf, bevor er im Restaurant Attisholz mit 15 Jahren seine Kochlehre in Angriff nahm. Seine Passion, so war bald klar, war ihm in die Wiege gelegt worden. Es folgte eine Laufbahn auf der internationalen Gastrobühne, mit Stationen wie dem Bahnhofbuffet Bern, dem Schweizerhof Bern, dem Hilton in Berlin und dem Dorchester in London.

Schliesslich absolvierte er das Diplom als Hotelier Restaurateur an der Luzerner Hotelfachschule. Im Frühling 1964 trat er als Chef de Réception bei Seiler Hotels in Zermatt an, wo er seine künftige Ehefrau Mariann kennen lernte. 1967 schliesslich heirateten die beiden, und Hermann Sahli trat die Direktionsstelle im Schinzenhof in Horgen an. Es folgten 1970 die Geburt von Sohn Reto Urs und 1973 die Geburt von Tochter Isabelle Christine. Drei Jahre später zog die Familie dann nach Solothurn um, wo Sahli das Zunfthaus zu Wirthen übernahm und 1980 das Hotel Ambassador. Die wohlverdiente Pensionierung im Jahr 2001 war jedoch keineswegs ein Ruhestand: Es folgten verschiedene Auslandeinsätze mit Swisscontact von der DEZA, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit.

Swisscontact hilft mit, Hotellerie- und Gastrobetriebe im Ausland aufzubauen und zu optimieren. In diesem Zusammenhang war Sahli also als Entwicklungshelfer unterwegs – zum Teil mit seiner Ehefrau. Dabei lernte er unter anderem Nicaragua, El Salvador, Tansania, Albanien und Russland kennen. Später fokussierte er sich noch mehr auf die Familie und seine Hobbys wie das Fischen, das Pilzesammeln, seinen Garten, die Fasnacht sowie andere Formen, der Gesellschaft Gutes zu tun. Nicht nur deshalb wird Hermann Sahli seinen Angehörigen und allen, die ihn kannten, als liebevoller und geselliger, engagierter und grosszügiger, vielseitig interessierter, charmanter, gradliniger und eigensinniger, naturverbundener Mensch in Erinnerung bleiben. (ak/mgt)

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