Solothurn
Absagegrund B-Ausweis: Stadtverwaltung sendet vertrauliche Notiz an abgelehnten Bewerber

Eine peinliche Panne passierte Anfang Juni auf der Stadtverwaltung: In einem Couvert mit dem retournierten Bewerbungsdossier befand sich bei einem der vier Bewerber für ein Praktikum bei der Schuldirektion eine vertrauliche, interne Begleitnotiz.

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Der Stadtverwaltung Solothurn ist ein peinlicher Fehler unterlaufen.

Der Stadtverwaltung Solothurn ist ein peinlicher Fehler unterlaufen.

Hanspeter Bärtschi

Die Stadtverwaltung hatte aus Versehen der abgelehnten Person nicht nur die Bewerbungsunterlagen retourniert, sondern auch die interne «Begleitnotiz», auf der nicht nur die Namen der sonstigen Bewerberinnen oder Bewerber, sondern auch die Absagegründe standen, wie der «Blick» schreibt. Diese interne Notiz wurde aus Versehen quasi «mitgeliefert».

Diese interne Notiz hat der abgelehnte Bewerber erhalten.

Diese interne Notiz hat der abgelehnte Bewerber erhalten.

Screenshot «Blick»

Zusätzlich erhellend: Für eine der sich bewerbenden Personen ist der Absagegrund der «B-Ausweis». Eine Stelle in der Gemeindeverwaltung wird nämlich wenn möglich mit Schweizer Bürgerinnen und Bürgern besetzt, wie im Wahlreglement von 1974 vorgegeben ist. Danach werden Bewerber mit C-Ausweisen und erst zuletzt mit B-Ausweisen in Betracht gezogen.

«Das ist in der städtischen Dienst- und Gehaltsordnung so geregelt», erklärt Christine Krattiger, Leiterin des Rechts- und Personaldienstes der Stadtverwaltung Solothurn gegenüber der Boulevardzeitung. «Ich bin mir am Überlegen, dieses System für Praktikumsstellen zu ändern, es gibt da aber einiges zu bedenken.»

Und natürlich kann sich der «Blick» einen Seitenhieb auf den kommenden Wahlsonntag nicht verkneifen: Der Lapsus komme «vom Timing her eher ungelegen» schreibt er im Hinblick auf die angestrebte Wiederwahl von Stadtpräsident Kurt Fluri. Die Begleitnotiz der Schuldirektion ist übrigens datiert mit dem 1. Juni 2017. (sts)

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