Hilari-Abend
«Ab jetzt isch Fasnacht!»: Narrenzunft Honolulu startet mit der «Tour des pointes» in die fünfte Jahreszeit

Die Narrenzunft Honolulu ist mit der Tour durch vier Altstadt-Lokalitäten in die Fasnachtszeit gestartet. Ober Samuel Hofer liess das vergangene Jahr Revue passieren und verriet an seiner letzten Generalversammlung seine persönliche Chesslete-Taktik.

Wolfgang Wagmann
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Hilariabend 2018 in Solothurn
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 «Freunde, ihr müsst doch nicht über Euren Ober weinen!» singt Samuel Hofer im melodramatischen Song-Refrain zu seinem baldigen Abschied als Zunftober.
 Hilariabend der Narrenzunft Honolulu im Alten Stephan
 Hilariabend der Narrenzunft Honolulu im Alten Stephan
 Hilariabend der Narrenzunft Honolulu im Alten Stephan
 Hilariabend der Narrenzunft Honolulu im Alten Stephan

Hilariabend 2018 in Solothurn

Hanspeter Bärtschi

Ouvertüre im «Alten Stephan», Fortsetzung nach langer Pause wieder in der «Couronne», Zwischenhalt im «Roten Turm» und das Finale vor viel Politprominenz im Zunfthaus zu Wirthen – die Narrenzunft Honolulu hatte eine strapaziöses Abend-Reisli bis morgens um 2 Uhr zu absolvieren. Ober Samuel Hofer eröffnete das Programm jeweils mit dem Hinweis, dass diese, die 165. Generalversammlung der Zunft, eine sehr bedeutsame sei - weil seine Letzte. Um dann unter tosendem Applaus zu verkünden: «Ab jetzt isch Fasnacht!»

Rache für die Zunftreise

Unter den Begrüssten wie den Regierungsräten Roland Heim, Roland Fürst sowie Remo Ankli gabs noch weitere Zielscheiben für Hofer: So wurde dem Schreibenden sein Engagement für die Grillbratwurst zum Verhängnis. Gar nicht begeistert sei der Stadtredaktor von der Wurst im Warmholder, die da fett und runzlig liege. «Aber wenn die Wurst durch die Scheibe sieht, gibts für sie keinen Unterschied», hatte der Ober seinen Brüller. Aus Rache für die offenbar gar nicht gut angekommene Zunftreise auf den Creux-du-Van liess Samuel Hofer die Organisatoren auf den obligaten Stuhl steigen.

So als erste Perle Feuerwehr-Vizekommandant und Wagenbauer Philipp Stucki. Dieser löste nach sechs Jahren Stuhlpause seine Aufgabe ordentlich und zeigte auf, welche Ehrenämtli er alle in der Zunft bekleidet: Vom «Noteständier» bis zum Ablöscher im «Stephan». Er pries den Zunftausflug als die «Reise der Reisen», giftete aber auch Richtung Zunftfrauentisch, als es um seine Hausfinanzierung ging: «D’ Hypothek heimer scho deheime.»

In seinem humorigen Jahresrückblick blendete der Ober erstmals die neue Tempo-30-Zone an der St. Niklausstrassse ein: «Dort fährt man jetzt so langsam, dass ich gar nicht mehr anhalten muss und die Liegenschaftenschatzungen gleich während des Fahrens machen kann.»

Ebenfalls ein Racheopfer des Obers war Bernhard «Bänz» Christen, der als zweiter Reiseorganisator zum Stuhl verknurrt worden war. Er mokierte sich über die «Hermersbühl»-Bälle», deren falscher Aufdruck von den Lehrkräften erst nach drei Monaten bemerkt worden war, und kam zu einem hintersinnigen (Wahl-)Vergleich von Donald Trump und Kurt Fluri: «Beide haben kürzlich eine Frau geschlagen.»

Hilarivormittag 2018 in Solothurn Die Narrenschar trifft sich auf dem Amtshausplatz und wird dort vom neuen Ober Ober André Suntinger begrüsst
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Abmarsch Richtung Dornacherplatz
Ober Ober André Suntinger trifft auf Stadtpräsident Kurt Fluri
Auch auf dem Donracherplatz ist etwas los
Ein Rennen mit Tretautos steht auf dem Programm
Beim Rennen mit Tretautos geben die Narren richtig Gas
Beim Rennen mit Tretautos geben die Narren richtig Gas
Beim Rennen mit Tretautos geben die Narren richtig Gas
Beim Rennen mit Tretautos geben die Narren richtig Gas
Tollkühne Männer mit verwegenen Fliegerbrillen
Beim Rennen mit Tretautos geben die Narren richtig Gas
Beim Rennen mit Tretautos geben die Narren richtig Gas
Der Pokal geht an den Hauptgass Leist. Ober Markus Jäggi nimmt ihn in Empfang
Der Pokal geht an den Hauptgass Leist. Auf dem 2. Platz die Narrenzunft Honolulu, auf dem 3. Platz die Fasnachtszunft Vorstadt
Der Glühwein aus der Feldküche wärmt und sorgt für gute Laune
Der Glühwein aus der Feldküche wärmt und sorgt für gute Laune
Hilarivomittag Solothurn

Hilarivormittag 2018 in Solothurn Die Narrenschar trifft sich auf dem Amtshausplatz und wird dort vom neuen Ober Ober André Suntinger begrüsst

Hanspeter Bärtschi

Und eine Reise ohne Ende

«Burglind im Winter, Roth im Sommer», kündete Samuel Hofer die zweite Halbzeit an, die weniger Insidriges und Macho-Sprüche bringen sollte, denn jetzt bestiegen zwei Cracks den Stuhl, die dort Dauergast sind. So «Polit-Thrillerer» Fabian Schäfer, der sich - da direkt betroffen - aufs Herrlichste über die Tempo-30-«Todeszone» entlang der St. Niklausstrasse oder die «Avenue des Escargots» ausliess.

Tempo 30, übrigens auch Umzugssujet der Zunft, beschäftigte Schäfer schier endlos, und das Publikum staunte, was sich so alles auf «Zone» reimt. «Spatestens beim Pintli hat mein Auto Standschäden», unkte er, und watschte die involvierten Parteien der «Kenia-Fraktion» (CVP, SP, Grüne) inklusive das «Stadt-Brämsidium» ordentlich ab.

Die letzte «Steigrakete»

«Freunde, ihr müsst doch nicht über Euren Ober weinen!», stimmte der Ober schon mal präventiv sein melodramatisches Abschiedslied an, musikalisch begleitet von der Kapelle Wyler in der Person von Mitnarr Beat Wyler. Was wird erst am Aschermittwoch sein, wenn Samuel Hofer schon jetzt seinen schier nicht ersetzbaren Abgang derart zelebriert?

Doch bevor er die Gäste in die Nacht entliess, holte er noch seine letzte «Steigrakete» aus dem Köcher: den neuen Oberchessler Marco Lupi. Eine Lachsalve auf die andere erntete dieser, als er beispielsweise die SVP im Kantonsrat einem IQ-Check mit Nullrunde unterzog – eine Breitseite, die voll den speziell aus dem Schwarzbubenland angereisten Nationalrat Christian Imark traf. «Gefährlich für Frauen von 13 bis 83 ist ein CVP-Brunch im Oberwallis. Schlimmer ist nur noch ein CVP-Brunch im Unterwallis.»

Tosender Applaus in der Wirthen-Gaststube. Und dann gab er – stolz darauf, dass ihm bald so viele Leute hinterherlaufen – noch seine Chesslete-Taktik preis: «Es cha jede düre, woner wott!»

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