Sehbehinderungen

Ab 40 Jahren sind regelmässige Kontrollen der Augen empfohlen

So sehen Menschen mit Sehbehinderung die Rolltreppe im Einkaufszentrum. (Symbolbild)

So sehen Menschen mit Sehbehinderung die Rolltreppe im Einkaufszentrum. (Symbolbild)

Zu Gast am Vortragsnachmittag der Grauen Panther Solothurn waren die Beratungsstelle für Sehbehinderte (SBS) und der in Olten und Solothurn praktizierende Augenarzt Alex Heuberger. Sie alle zeigten, wie sorgsam mit dem Augenlicht umzugehen ist.

In die faszinierende «Welt der Augen» führte Alex Heuberger ein, indem er gut verständlich für Laien über Aufbau, die verschiedensten Funktionen innerhalb des hoch entwickelten Sinnesorgans und über dessen Erkrankungen sprach. Bezugnehmend auf das Alter seines Publikums ging Heuberger ausführlich auf heutige Operationstechniken beim sogenannten Grauen Star ein, der zu einer Linsentrübung führt.

Rund 40'000 Operationen werden jährlich – inzwischen mehrheitlich ambulant – in der Schweiz ausgeführt. Heuberger: «Die Komplikationsrate ist sehr niedrig.» Die natürliche Linse werde mittels winzigem Schnitt in die hintere Augenkammer durch eine sechs Millimeter grosse und faltbare Kunstlinse ersetzt.

Medizinische Hilfe aufzusuchen

Er machte den Anwesenden Mut, rechtzeitig das Nachlassen der Sehschärfe und das Verblassen der Farben selbst zu erkennen und medizinische Hilfe aufzusuchen. Ab 40 Jahren empfahl er regelmässige Kontrollen, insbesondere bei Menschen, die an Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck leiden.

Die Sichtveränderungen zeigte er an Schaubildern, bei denen je nach Erkrankung grosse Schatten schliesslich zum «Schlüsselloch-Effekt» des Auges führen, dessen Wahrnehmung immer mehr eingeschränkt ist. Ausführlich widmete sich der Referent auch dem «Grünen Star», der wegen der Unterversorgung des Sehnervs als Folge eines erhöhten Augeninnendrucks langfristig zur Erblindung führt.

Da diese Erkrankung häufig vererbt ist, empfahl er den Blick in die eigene Familie. Der Netzhaut und ihrem Aussehen, das über verschiedenste Schädigungen wie trockene und feuchte Makula-Degeneration, Thrombosen und Venenstauungen Aufschluss gibt, widmete er sich ausführlich ebenso wie der durch Risse verursachten Netzhautablösung, die ein schnelles ärztliches Eingreifen nötig macht – spätestens dann, wenn der Patient Blitze sieht.

Trost vom Arzt

Kurz streifte er vererbte Krankheiten wie Retinopathia pigmentosa als Entartung der Netzhaut, für die es noch keine Behandlung gibt, die nicht allzu häufigen Tumore am Auge und das ganz gefährliche Melanom. «Warten Sie nicht lange mit dem Besuch beim Augenarzt bei Verätzungen, Verbrennungen, schmerzhaften Schürfungen, bei eingedrungenen Fremdkörpern und Schnittverletzungen», riet Heuberger.

Bei Problemen der Alterssichtigkeit gebe es zahlreiche Korrekturmöglichkeiten, um die Funktionsfähigkeit der Augen «als wertvollstes Gut» lange zu erhalten, tröstete er. Mit Spenden erhöhten die Grauen Panther das Referenten-Honorar, um einen Beitrag an Heubergers ehrenamtliches Augenoperationsprojekt in Mexiko zu leisten.

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