Solothurn
Aare ist zu hoch: Das Aareschwimmen findet (schon wieder) nicht statt

Das miserable Sommerwetter hat ein weiteres «Opfer» gefordert: Zu den vielen Aktivitäten auf der Aare, die beeinträchtigt oder gar abgesagt werden mussten, gesellt sich nun das Aareschwimmen. Es findet diesen Samstag definitiv nicht statt.

Wolfgang Wagmann
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Ein Bild vom Aareschwimmen 2012.

Ein Bild vom Aareschwimmen 2012.

Felix Gerber

Das miserable Sommerwetter hat ein weiteres «Opfer» gefordert: Zu den vielen Aktivitäten auf der Aare, die bereits beeinträchtigt oder gar eingestellt werden mussten, gesellt sich nun auch das beliebte Aareschwimmen. Es findet diesen Samstag definitiv nicht statt. Damit muss der Schwimmclub Solothurn den Anlass zum vierten Mal innert weniger Jahre streichen – bereits 2006, 2007 und 2010 war das Volksschwimmen wegen Hochwassers abgesagt worden.

Einfach zu viel Wasser

Der Entscheid fiel am Dienstagabend, und er wurde von Matthias Görner, Einsatzleiter der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG, Sektion Solothurn, ausgelöst. «Ich habe heute (Dienstag) Nachmittag noch einmal mit der Regulierungsstelle des Bielersees telefoniert. Da die Seen sehr rasch und stark auf die Niederschläge vom Sonntag reagiert haben – der Bieler- und Neuenburgersee sind wieder angestiegen – besteht kaum eine Chance, dass die Seen bis Freitag und Samstag wieder auf einem normalen Pegel sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass für Mittwoch wieder verbreitet Regen gemeldet wurde. Deshalb ist wohl damit zu rechnen, dass wir am Samstag zu viel Wasser in der Aare haben werden», begründete Görner den Entscheid, den der OK-Chef des Aareschwimmens, Stefan Ryser, in der Folge für den SC Solothurn mittrug. Denn der SLRG-Einsatzleiter machte auch darauf aufmerksam, dass an einen Einsatz der Taucher zum Grasschneiden und dem Einbau der Ausstiegstreppe am Freitagabend wohl nicht zu denken sei.

Normal ist ganz anders

Matthias Görner liefert noch Details für seinen Entscheid nach, allen aufgebotenen Helfern wie Rettungsschwimmern, Kajakfahrern und Funkern abzusagen. «Die Durchflussmenge der Aare in Solothurn erlaubt bis 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Durchführung des Aare-schwimmens.» Bis 320 Kubikmeter bestehe noch ein Erwägungsspielraum, den man mit einem Augenschein für eine Abhaltung des Schwimmens nutzen könne. Wobei auch die Öffnung der Staustufe in Flumenthal zu berücksichtigen sei. «Je nachdem kann die Strömung stärker oder schwächer sein.»

Am Dienstagabend lag die Durchflussmenge allerdings bei indiskutablen 467 Kubikmetern, «und die Prognosen besagen, dass sich das Ganze bei 470 Kubikmetern bis zum Wochenende einpendeln wird», betont der SLRG-Einsatzleiter, dass nicht die Regulierungsstelle, sondern er zusammen mit dem OK-Chef des Aareschwimmens den Anlass abgesagt hatte. Die kritischste Stelle sei bei zu viel Wasserdurchfluss die Aare unter der Eisenbahnbrücke, «da können sich in diesem Fall hohe Wellen auftürmen.»

Ein Nullsummenspiel

Am letzten Freitag hatte noch verhaltener Optimismus geherrscht, da damals nur noch 20 cm bis zum Normalpegel der Seen gefehlt hatten. Schon am 4. Augst hatte man sich allerdings beim SLRG und beim OK des Aareschwimmens Gedanken gemacht, den Anlass nicht wie in den Vorjahren erst am Durchführungstag selbst abzusagen, sondern den Entscheid bei einer klaren Ausgangslage schon vorher zu fällen. Dies aus Fairness gegenüber den Teilnehmenden und um Vorbereitungsarbeiten zu vermeiden, die dann doch mit einer Absage am Durchführungstag umsonst gewesen sind.

«Bis zum Anmeldeschluss vor einem Monat hatten sich rund 100 Schwimmerinnen und Schwimmer angemeldet», erklärt OK-Chef Stefan Ryser. Der Trend sei allerdings zuletzt gewesen, dass viele Interessierte sich erst am Starttag angemeldet hätten und man deshalb die Anmeldefrist vor dem Anlass künftig verkürzen sollte. Denn «letztes Jahr waren am Schluss 200 Leute am Start». Die Anmeldungen blieben für nächstes Jahr bestehen, «doch wer jetzt schon weiss, dass er dann nicht teilnehmen wird, kann sich melden und das Startgeld von 28 Franken zurückverlangen.»

Eher ärgerlich für den Schwimmclub ist, dass man sich von der Verlegung des Aareschwimmens vom Sonntagvormittag auf den Samstagnachmittag auch Abends in der Festwirtschaft einiges versprochen hatte. «Doch dürfte das Ganze für uns kostenneutral ausfallen», glaubt Ryser. So könne man vor allem die Kosten für die Rettungskräfte einsparen; die Tombolalose dagegen seien schon verkauft und auch die Sponsoren hielten dem Schwimmclub die Stange.

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