Wassertag
Aare-Entrümpelung: Keine Angelegenheit für zimperliche Leute

Trotz Blitz und Donner wurde die Aare-Entrümpelung in Solothurn in diesem Jahr erneut zu einem Erfolgserlebnis – auch dank vieler Helferinnen und Helfer. Der Tauchclub Solothurn leistete auch in diesem Jahr die Hauptarbeit.

Katharina Arni-Howald
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Eindrücklich, was alles aus dem Wasser kommt. Foto: Hansjörg Sahli
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Während die einen den Müll begutachten, gönnen sich andere ein Bad.
Der Wassertag wurde mit der Aare-Entrümpelung zum Erfolgserlebnis
Aare-Entrümpelung in Solothurn am Wassertag
Was kommt wohl als nächstes ans Tageslicht? Foto: Hansjörg Sahli
Eine negative Folge des heissen Sommers: Bierflaschen in allen Variationen wurden in der Aare entsorgt. Foto: Hansjörg Sahli
Der Schlüssel passt: Nach über einem halben Jahr begegnet dieser junge Mann seinem vermissten Velo wieder. Ob es noch funktionstüchtig ist? Foto: Hansjörg Sahli

Eindrücklich, was alles aus dem Wasser kommt. Foto: Hansjörg Sahli

Solothurner Zeitung

«Achtung, ich lasse das Körbchen herunter», ruft ein junger Mann beim Aaremürli vor dem Gewerbeschulhaus. Er gehört zum Rugby Club Solothurn und sorgt dafür, dass die Männer, die unten in Taucheranzügen im Wasser stehen, auf dem Aaregrund gefundene Gegenstände deponieren können. Über die Kreuzackerbrücke eilen Passanten mit oder ohne Schirm. Petrus hat alle Schleusen geöffnet. Es sieht fast so aus, als hätte er den vom neu gegründeten Verein Maare initiierten, ersten Solothurner Wassertag ein bisschen falsch verstanden.

Trotz Platzregen, Blitz und Donner bleiben einige Passanten stehen und bestaunen, was der Fluss alles schluckt, wenn Umweltverschmutzer Fahrräder, Verkehrsschilder, Gartenmöbel, Einkaufswagen, Regenschirme und Bierflaschen in die Aare werfen. «Wir rechnen damit, dass eine Mulde nicht ausreicht, um alles zu fassen, was wir vom Grund hochheben», sagt Raffael Stampbach von der Gartenbaufirma Garten-Leben, die zu den Initianten des Anlasses gehört.

Mit im Boot ist selbstverständlich der Tauchclub Solothurn, der die Aare seit 30 Jahren regelmässig entrümpelt und auch in diesem Jahr die Hauptarbeit leistet. Immer wieder bringen die erfahrenen Wassersportler neue Trouvaillen zur Kreuzackerbrücke, wo diese mithilfe eines so genannten «Galgens» nach oben gehievt werden. Auch die Jungen Grünen haben sich beim Landhaus in Position gebracht und tauchen ein in den Fluss, der die Wasserliebenden in diesem Sommer so sehr verwöhnt hat.

Gut möglich, dass heuer etwas mehr Öufi-Bier-Flaschen den Weg auf den Aaregrund gefunden haben. «Das ist für uns Solothurn», sagt German Oppliger aus Meinisberg, der mit seiner Frau regelmässig den Samstagsmarkt besucht. «Leute, die dafür sorgen, dass die Stadt sauber ist, und dies erst noch mit Freude tun, würde ich gerne unterstützen.»

Obwohl es immer noch Bindfäden regnet, ist die Stimmung hervorragend. Es wird gescherzt und gelacht. In der Mulde liegt nun auch eine Glaskanne, an die sich Süsswasserschnecken klammern, und eine Maare-Mitarbeiterin stösst einen Kinderwagen vor sich her, in den sich ganze Bündel von Seegras verfangen haben. Nein, eine Aare-Entrümpelung ist nichts für zimperliche Leute. «Schauen sie», sagt Raffael Stampbach, «hier haben wir noch einen weiteren Gast.» Aus einer Glasflasche blickt ein kleiner Krebs. Bald ist er wieder zurück in seiner gewohnten Umgebung.

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