Letztes Jahr sah es noch ganz danach aus, als könnte Solothurner unaufhaltsam auf die magische Marke von 17'000 Einwohnern zusteuern. Seit Jahren war die Einwohnerzahl kontinuierlich angewachsen, bis sie Anfang des letzten Jahres auf 16'999 Personen angewachsen war, die zwischen dem Wildbach- und St. Katharinenbach leben.

Doch nun hat der Trend eine Delle erhalten: Gleich um 84 Einwohner ist die Kantonshauptstadt wieder geschrumpft und muss sich nun hinter Olten und Grenchen mit dem dritten Platz begnügen. Ein Indiz für die abgeflachte Bautätigkeit?

Sind die Deutschen mitschuldig?

Eine Bevölkerungsgruppe ist relativ stark zurückgegangen, und dies offenbart ein Blick auf die Nationalitäten-Statistik: Die stärkste ausländische Gruppierung in Solothurn, die Deutschen, zählen 41 Personen weniger als noch im Vorjahr. Das entspricht immerhin einem «Aderlass» von 6 Prozent, der wohl kaum durch die insgesamt 58 Einbürgerungen ausgelöst worden ist.

Die grössten Blöcke an ausländischen Einwohnerinnen und Einwohnern haben sich nur wenig verändert, nach der deutschen folgen die italienische und die türkische Diaspora auf den Positionen zwei und drei. Unter den Top Ten gab es allerdings zwei Verschiebungen: Auf Rang sieben haben die Eritreer die Spanier verdrängt, und die kroatische Bevölkerungsgruppe schafft es gerade noch auf Platz zehn auf Kosten von Bosnien und Herzegowina. Unverändert bleibt der Ausländeranteil an der Stadtsolothurner Einwohnerschaft mit 20,7 Prozent.

Weniger Christen

Unvermindert hält die Erosion bei den Mitgliedern der Landeskirchen an: Sowohl die Katholiken wie die Reformierten und auch die Christkatholiken sind weniger geworden in Solothurn. Gegenüber dem Vorjahr ist die hiesige «Christenheit» um 251 Seelen geschrumpft. Nicht ausgewiesen wird in der Einwohnerstatistik, wie viele Moslems in Solothurn leben, doch machen die Konfessionslosen inzwischen gut einen Drittel der Einwohnerschaft aus.

Bei weitem nicht ein Drittel der Solothurnerinnen und Solothurner lebt dagegen in einer ehelichen Gemeinschaft. Die weitaus stärkste Gruppierung sind die Ledigen, während die Verheirateten relativ stark abgenommen haben. In der Altersstruktur der Stadt gab es keine grösseren Verschiebungen. Etwas weniger Kinder und Jugendliche stehen einer ungefähr gleich gebliebenen Zahl von über 70-Jährigen gegenüber.