Märchen
7-jährige Kritikerin zum Theater der Mausefalle: «Es ist lustig und spannend»

Auch das diesjährige Märchen in der Mausefalle «Dr Tüüfumit de drü goudige Hoor» überzeugt dank vieler Details in der Ausstattung und der Spielfreude des Ensembles. Es geht um goldene Haare und einen hinterlistigen König.

Helmuth Zipperlen
Drucken
Teilen
Eine Schlüsselszene des Märchens mit Nourdin Khamsi, Patrick Gerster und Silvan Andraschko

Eine Schlüsselszene des Märchens mit Nourdin Khamsi, Patrick Gerster und Silvan Andraschko

Wolfgang Wagmann

«I bi gschpannt, was nach der Pause chunnt», meint die achtjährige Liana in der Pause und kann kaum erwarten, dass das Theater weitergeht. Ihre Schwester Alina (sieben Jahre) nickt zustimmend: «Es hat uns bis jetzt gut gefallen. Das Theater ist lustig und spannend.» Die beiden Schwestern haben bis jetzt kein anderes Märchen besucht und schauen auch am Fernsehen keine Märchen.

Aber hier, wo die Figuren auf der Bühne quasi zum Anfassen sind, macht es Spass, dem Geschehen zu folgen. Die neunjährige Jill hat die letzten vier Märchenaufführungen in der Mausefalle besucht, kennt das Märchen an sich, aber hat viel Freude an der szenischen Umsetzung. Ihr jüngerer Bruder, der siebenjährige Finn, war noch nicht so oft im Märchentheater, aber die Szene mit den Räubern und dem abgeänderten Brief hat ihm toll gefallen. Diese beiden Geschwister wie auch weitere Kinder fiebern der Fortsetzung des Bühnengeschehens entgegen.

Die zwei Bezugspersonen

Diese kindlichen Statements, mit glänzenden Augen vorgebracht, sind der liebevollen und kindergetreuen Adaption des bekannten Märchens der Brüder Grimm durch Marie-Jeanne Traut zu verdanken. Gleich zu Beginn des Stückes tanzt sich die Gauklerin Griselda in die Herzen des Publikums.

Ihr zur Seite der Gaukler Grimbald. An der Kulisse hinten ist ein Zirkuszelt sichtbar, und die beiden stellen sich als Zirkusleute vor. In der Folge sind sie die Bezugspersonen, welche das Geschehen kommentieren, die Handlung erzählen und die Kinder, welche vor der Bühne auf Sitzkissen Platz genommen haben, direkt ansprechen.

Der hinterlistige König

Die Lumpensammler Leo und Lina werden endlich Eltern eines Sohnes: Felix wird mit einer Glückshaut geboren. Nachdem dem König geweissagt werden ist, dass dieser Felix einst seine Tochter heiraten werde, kauft er Felix den Eltern ab, legt ihn in ein Körbchen und setzt dieses auf dem Fluss aus in der Meinung, der Säugling werde ertrinken. Doch er wird beim Müller Marbod an Land gespült und in der Folge als dessen Sohn angenommen.

Als Felix erwachsen ist, greift erneut der König in sein Schicksal ein und will ihn einkerkern. Doch, wie oben erwähnt, hat Felix eine Glückshaut und letztlich können ihm weder die Räuber noch der Teufel was antun. Der König aber, voll Geiz und Hinterlist, wird böse enden.

Und die goldenen Haare?

Wenngleich das Geschehen auf der Bühne so leicht und locker scheint, haben Nico Barth und Christoph Stapfer viel Arbeit und noch mehr Ideen in die Inszenierung investiert. Das Resultat gefällt nicht nur den Kindern sondern auch dem erwachsenen Publikum. Das Bühnenbild von Remo Streit ist für Mausefalle-Verhältnisse üppig, jedoch sind Gegenstände öfters beidseitig zu nutzen, sodass sich die Umbauten in Grenzen halten.

Zum Anschauen sind natürlich auch die Kostüme von Mireille Membrez-Rieder, farbenprächtig und den spielenden Charakteren zugeordnet. Die vielen Spielenden tun dies mit viel Freude, chargieren manchmal, stolpern, fallen hin oder lassen was fallen. Dem Müller fällt auch mal die Zipfelmütze vom Kopf, wenn er sich tief vor dem König verbeugt.

Es spielen in der Reihenfolge des Programmheftes: Tanja Krieg, Johnny Sollberger, Gregor Wild, Dieter Loosli, Nico Barth, Nadine Krieg, Lukas Rhiner, Franziska Glutz, Zora Drieghe Heller, Flavio Ackermann, Silvan Andraschko, Melina Maspero, Jörg Studer, Patrick Gerster, Sofia Mészàros, Jana Zimmermann, Nina Spiegel und Nourdin Khamsi. Für den reibungslosen Ablauf der Technik sorgt Vico Heller. Was es allerdings mit den drei goldenen Haaren des Teufels auf sich hat, kann nur im Theater erfahren werden.

Weitere Vorstellungen: Samstag, Sonntag, 20./21. Februar, Samstag, Sonntag, 27./28. Februar, Samstag, Sonntag, 5./6. März und Sonntag, 13. März, immer 15 Uhr.

Aktuelle Nachrichten