Die Idee, Robinsonspielplätze einzurichten, ging aus der 68er-Bewegung hervor und stiess auch in Solothurn auf offene Ohren. Nicht nur bei den Eltern, die sich für Spielmöglichkeiten und Freiräume für ihre Kinder einzusetzen begannen, sondern auch bei Politikern und Raumplanern, die nach passenden Grundstücken Ausschau hielten.

Nach einer einjährigen Versuchsphase wurden zwischen 1973 und 1976 drei Spielplätze in drei verschiedenen Quartieren eröffnet. Ein bei den Sozialen Diensten untergebrachter Spielplatzberater und eine Arbeitsgruppe waren für die Koordination zuständig. 1982 stellte man die drei Spielplätze unter ein gemeinsames Dach und gründete den Verein «Quartierspielplätze der Stadt Solothurn».

Gründung des Jugendtreffs

Die Nachfrage der Kinder stieg kontinuierlich und damit auch der Ruf nach ehrenamtlichem Betreuungspersonal. Zehn Jahre später folgte die Gründung des Jugendtreffs (heute Schülertreff), der in den ersten drei Jahren vom Armenverein finanziert wurde und heute von durchschnittlich 15 bis 20 Schülern besucht wird. Auf den drei Quartierspielplätzen verbringen aktuell pro Woche über 200 Kinder ihre Freizeit.

Freiwillige Helfer sind gesucht

«Obwohl die Ehrenamtlichkeit aus der Mode gekommen ist, sind wir dringend auf unentgeltliche Hilfe von Müttern und Vätern angewiesen», betonte Vereinspräsidentin Christine Lüthi Rüegg vor zahlreichen Gästen. Lüthi sprach auch vom «Spielplatzgeist», der entstehe, wenn gemeinsam etwas erschaffen und zusammen gegessen und gefeiert werde.

Stadtpräsident Kurt Fluri machte in seiner Festansprache am Sonntag darauf aufmerksam, dass zurzeit zusammen mit einem Spielplatzteam an der Umsetzung eines Generationenspielplatzes vor der reformierten Stadtkirche gearbeitet werde. «Damit wäre Solothurn die erste Stadt in der deutschsprachigen Schweiz, die einen öffentlichen Generationenspielplatz besitzt.»

Vorbereitet wurde das Spielplatzfest zusammen mit einer Kindergruppe seit drei Monaten. Jeder Spielplatz stellte sich im Festzelt mit einer Darbietung vor. Während die Kinder die unzähligen Spielmöglichkeiten nutzten, in verrückten Autos herumfuhren und Schlangenbrot assen, schwelgten die Erwachsenen in der «Oldies-Ecke» in Erinnerungen. Als Zahlungsmittel galt auf dem ganzen Festareal der Spielplatztaler.