Vor drei Monaten erreichte die Solothurnerinnen eine Einladung zur Einweihung eines Sportzentrums im südafrikanischen Kapstadt. Dort trafen sie nie ein, denn Lisan Vugts, Moderatorin und mit Noëlle Rufer Organisatorin, musste nach der Pause «Verschollen im Dschungel» verkünden. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief alles normal. In vier Medleys präsentierten die Teams U10, U12, U15 und U16 ihre Wettkampfküren. In den Nachmittag-Shows durften sich auch die vier- bis sechsjährigen Mädchen vom Team Kids 2 präsentieren.

«Wir schneiden dazu die einzelnen Teile von Teams, Duetten und Solis zu Medleys zusammen», erklärt Vugts. In diesen Nummern wird die ganze Bandbreite dieser Randsportart altersgerecht aufgezeigt. Diese wurde übrigens vom internationalen Schwimmverband Fina im Juli 2017 von Synchronschwimmen zu «Artistic Swimming» umbenannt. «Dieser neue Namen soll hervorheben, dass Artistisches geleistet wird, denn es geht heute mehr ums Artistische, weil im Laufe der Zeit die Aspekte der Synchronie untereinander und mit der Musik in den Hintergrund getreten sind», umschreibt die 19-jährige Publizistik- und Kommunikationswissenschafts-Studentin – mit Nebenfach holländisch, wegen ihrer Wurzeln – die sportliche Entwicklung.

Auf Abwegen

Der Verlauf dieser Flugreise lieferte den Stoff für eine temperamentvolle Show-Geschichte. Ihr Privatjet geriet in ein heftiges Gewitter. Auch während der Pause konnte der Funkkontakt nicht wieder hergestellt werden. Deshalb wurden die Piloten zu einer Notlandung gezwungen. Dabei stiessen die Schwimmerinnen auf ihrer Suche nach Hilfe zuerst auf bunte Paradiesvögel, umgesetzt von der Gruppe Angry Birds. «Dies war der Höhepunkt, und es hat allen gefallen, mit dabei zu sein», sagt die 13-jährige Helen Ris aus dem U15-Team. Die erste Mastergruppe traf auf Tarzan und Jane. Weil sich diese fünf Damen vom beschwingten Urwaldleben ablenken liessen, vergassen die Gestrandeten ihre Hilfesuche. Auch eine Affenbande konnte nicht weiter helfen. Sich auf einem Surfbrett durch das Wasser bewegen zu lassen, war viel spannender.

Und die gesuchte Kokosnuss war bei der Moderatorin bestens aufgehoben. «Tief in den Dschungel» führte die nächste Szene. Mit glitzernden Kostümen wurde die ganze Farbenpracht dieser wilden Umgebung aufgezeigt. «Es ist immer wieder toll mit der guten Stimmung und dem guten Feedback aus dem Publikum», betont die 14-jährige Anna Tary aus dem U18-Team die Freude in dieser Gruppe. «Madagaskar», die zweite Mastergruppe, fand schliesslich ein Luxus-Resort. An «Lea’s Cocktail-Bar» und räkelnd am Pool war Erholung von all den Strapazen angesagt. Mit einem Hippie-Bus erreichten alle den nächsten Flughafen.

Dass alle gut nach Hause gekommen sind, bestätigte das grosse Finale. Mit Leuchtkugeln und Ringen im verdunkelten Bad zeichneten sie letzte tolle Figuren ins Wasser. Mit einem herzlichen «Feliz Navidad» aller Beteiligen wurde ein würdiger Schlusspunkt gesetzt, als Zeichen der ganzen Leistungsfähigkeit.