Solothurn
50 Personen haben die Rettung des Lusthäuschens in Angriff genommen

Die «Putzete» des Lusthäuschens hinterliess bei den Helfern wortwörtlich Spuren. So verrieten die durch Stauden zerkratzen und von Kohle schwarz gefärbten Arme und Beine der freiwilligen Helfer, dass sie keine leichte Aufgabe hatten.

Katharina Arni-Howald
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Das Lusthäuschen beim Henzihof soll wieder zu einem freudigen Anblick werden. Gut 50 Helfer waren bei einer ersten Entrümpelung am Samstag dabei.

Das Lusthäuschen beim Henzihof soll wieder zu einem freudigen Anblick werden. Gut 50 Helfer waren bei einer ersten Entrümpelung am Samstag dabei.

Hansjörg Sahli

Der Quartierverein Weststadt macht vorwärts: Gut 50 Personen, davon rund 10 aus anderen Quartieren, haben sich am Samstag zusammengefunden, um den ersten Schritt zur Rettung des Lusthäuschens beim Henzihof zu tun. Dass dies keine leichte Aufgabe war, verrieten die zahlreichen Kratzspuren und die schwarz gefärbten Arme und Beine der zahlreichen Helferinnen und Helfer.

Die einen rührten von den entfernten Brombeerstauden her, die meterhoch um den eingeschossigen Kleinbau wucherten; die anderen stammten von der Entfernung der Kohle, die während der Ölkrise im Gebäudeinnern eingelagert wurde. «Die Kohle war das Hauptproblem», sagte Käthi Uebelhart in den späten Nachmittagsstunden. Gleichzeitig war sie überzeugt, dass es sich um eine «Superaktion» gehandelt habe. «Es ist erstaunlich, wie in so kurzer Zeit so viel zustande gebracht werden kann.»

Die Vereinskassiererin gehörte zu den wenigen Frauen, die sich weder gescheut hatten, die Kohlensäcke mit der Karrette zur aufgestellten Mulde zu bringen, noch mit dem Pickel den wuchernden Brombeeren zu Leibe zu rücken.

Starke Männer am Werk

Kräftig zugepackt hatte auch Nora Svaton, die extra aus Olten angereist war, um das Solothurner Team zu unterstützen. Und sie strahlte: «Obwohl ich eine Quotenfrau war, hat mir diese Aufgabe richtig Spass gemacht.»

Es sei selten, dass man so etwas erlebe und einen so grossen Zusammenhalt spüre. Das bekräftigte auch Peter Andraschko, der von der Aktion in der Zeitung erfahren hatte. «15 Leute waren allein damit beschäftigt, die Kohle auszuräumen.»

Doch nicht nur für die 20 Kubikmeter Kohle setzte der Weststädter seine Kräfte ein. Auch für die Brombeeren waren starke Männer gefragt. «Die ganze Aktion hat in mir ein gutes Gefühl ausgelöst, und ich hoffe, dass hier ein schöner Quartiertreff entstehen wird.»

Wenn es wieder freiwillige Helfer brauche, versicherte Andraschko, könne man auf alle Fälle auf seinen Einsatz zählen können. Während sich die Schwerarbeiter zwischendurch eine Pause gönnten und der Kunstschaffende Mario Cavoli dafür sorgte, dass Hunger und Durst gestillt wurden, gingen die Kinder, die an der «Rumete» ebenfalls tatkräftig mitwirkten, in der Hostet auf Entdeckungstour. Sie fanden Gefallen an den Früchten der Kirschbäume. die sie mit den Erwachsenen gütlich teilten.

«Ein prägendes Erlebnis»

«Ich erinnere mich an die Zeit, als ich als Kind die Fronarbeit für die Instandstellung des Schlösschens Vorder-Bleichenberg miterlebte», kramte Co-Präsidentin Bea Beer in Erinnerungen. «Es war ein Erlebnis, das mich geprägt hat.»

Rundum zufrieden mit der generationenübergreifenden Aktion war auch ihre Kollegin Monika Grossenbacher. «Im nächsten Schritt werden wir nun mit der Denkmalpflege und einem Architekten eine genaue Besichtigung vornehmen und dann entscheiden, wie es weitergehen soll.» Grossenbacher weiss allerdings: Die Sache ist stark von Sponsoren abhängig.

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