Sommerwettbewerb
454 Leser machten beim Wettbewerb um Solothurns Gassen und Plätze mit

Solothurns Engpässe faszinieren offenbar unsere Leserinnen und Leser: Der Wettbewerb um die engsten Stellen und Gässlein der Stadt stiess auf eine Riesenresonanz in der ganzen Region. Der erste Preis geht dennoch nach Solothurn.

Wolfgang Wagmann
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Sie gewann das Nachtessen im Restaurant Enge: Ursula Rippstein aus Solothurn. Rinaldo Brotschi hatte den Wettbewerb für sie ausgefüllt und eingeschickt

Sie gewann das Nachtessen im Restaurant Enge: Ursula Rippstein aus Solothurn. Rinaldo Brotschi hatte den Wettbewerb für sie ausgefüllt und eingeschickt

Wolfgang Wagmann

454 Postkarten und Mails trudelten zwischen dem Ausschreibungstag, dem 22. Juli, und den Einsendeschluss am 12. August auf der Redaktion ein, das sind sage und schreibe 322 Teilnehmende mehr als noch im Vorjahr, als es ums Erkennen von mehr oder weniger bekannten Solothurner Türmen und Türmchen ging.

Ob die Aufstockung auf fünf zu gewinnende Preise oder das faszinierende Thema und die recht leicht gemachte Lösung der sechs Fragen zum Run geführt hat, ist schwierig zu beurteilen. Fakt ist jedenfalls, dass die falschen Antworten diesmal klar unter der 10-Prozent-Marke lagen, ganz im Gegensatz zum Vorjahr.

Der verflixte Rathausplatz

Nun, die Antworten sind für gewiefte Stadtkennerinnen und -kenner klar: Zuerst suchten wir das Schwanengässlein in der Vorstadt – an der Ecke zum Rossmarktplatz weist noch eine Schwanenfigur an der Hausfront vor der ehemaligen Gastwirtschaft gleichen Namens. Da unterliefen bereits einige der 34 falschen Antworten, denn ein «Storchengässlein» kannte Solothurn nie, wohl aber ein Restaurant Storchen. Die Meistergasse zum Landhausquai als Antwort zwei tippten alle richtig, genauso wie das früher gar nicht so fein duftende Veilchengässlein auf die Frage Nummer drei. Viertens war die Seilergasse südlich der St.-Ursen-Terrasse gesucht – ebenfalls kein Problem für alle.

Frage 1 Das frühere Restaurant am Rossmarktplatz, benannt nach einem schmucken Wasservogel mit Höckerschnabel, existiert schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Er gab diesem Durchschlupf in der Vorstadt jedoch den Namen S........gässlein.
6 Bilder
Frage 2 Dieser malerische Durchgang, der von der Gerberngasse hinunter zur Aare führt, ist benannt nach geflügelten Worten wie: Es ist noch kein ... vom Himmel gefallen; oder er hat ihm den ... gezeigt. Deshalb heisst er auch M.......gasse.
Frage 3 Die schmalste Gasse Solothurns ist nach einem betörend duftenden Blümchen benannt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Anwohner früher den Inhalt ihrer Nachttöpfe aufs Pflaster der V...........gasse geleert haben.
Frage 4 Benannt ist die Gasse zwischen der St.-Ursen-Terrasse und der früheren Buchbinderei Christ sowie der Kronen-Garage nach einem früheren Berufszweig, der so manchem Galgenvogel den Strick brachte, aber auch für ganze Gruppen von Bergsteigern stets sehr wichtig war. Auch ein früheres Comestibles-Geschäft in der Altstadt hiess wie die S.....gasse.
Wettbewerb Stadt Solothurn
Frage 6 Der Maler Roland Flück verzierte diesen Durchlass von der St. Urbangasse zum Burrisgraben mit kopulierenden Tierchen. Deren lange Ohren deuten auf den volkstümlichen anderen Namen des Grabens hin, den Ch.......grabe.

Frage 1 Das frühere Restaurant am Rossmarktplatz, benannt nach einem schmucken Wasservogel mit Höckerschnabel, existiert schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Er gab diesem Durchschlupf in der Vorstadt jedoch den Namen S........gässlein.

Wolfgang Wagmann

Eigentlicher Stolperstein war die fünfte Antwort, die richtigerweise nur der Riedholzplatz sein konnte. Er wird durch das schmale Pförtchen vom Kunstmuseum oder Nordring her erreicht, nicht aber der etliche Male genannte Rathausplatz. Dieser folgt nämlich erst nach der Querung des Riedholz- und danach des Zeughausplatzes. Und ganz wo anders liegt der auch genannte Rossmarktplatz, nämlich in der Vorstadt.

Tierisch ins Grübeln brachte auch einige Leserinnen und Leser der in Antwort Nummer sechs gesuchte Chüngeligrabe. Der volkstümliche Name für den Burrisgraben entstand, weil früher die Hintersässen auf der Rückseite der St. Urbangasse bevorzugt Kaninchen hielten, was den Kunstmaler Roland Flück zu seiner Chüngeliparade auf der Wand des Durchgangs beim Kulturm inspirierte. Nicht alle tippten richtig, und so wurde aus dem Chüngeligraben mehrfach ein Chuchigrabe, einmal ein Chatze- und ein Chutzegrabe, ja sogar ein Chinchillagrabe.

The winner is . . .

Nun, der neue Teilnahmerekord verringerte natürlich trotz neu fünf Preisen die Gewinnchancen erheblich. Zumal sogar eine Lösung aus Österreich eintraf oder am 80. Geburtstag einer Leserin gleich 24 Talons mit den richtigen Antworten ausgefüllt wurden: Für alle, die an der Party waren, von der 84-jährigen Seniorin bis zum sechsmonatigen Urenkel!

Nach der Ziehung durch unsere Glücksfee, Praktikantin Rahel Nicolet, stehen folgende Preisträgerinnen und -träger fest: Gewonnen hat den ersten Preis, ein Nachtessen für zwei Personen im Restaurant Enge in Biberist/Solothurn, eine waschechte Solothurner «Hintergässlerin», nämlich Ursula Rippstein. Ein Bekannter hatte den Talon für die ausgefüllt. Der zweite Preis, ein Grillkurs im Grilllade by Chuchilade Wagmannn GmbH, geht an Kurt von Arx aus Selzach. Zwei Gratisfahrten der Seilbahn Weissenstein AG hat Beatrice Ess aus Subingen gewonnen, je ein Fahrt-Ticket für die neue Gondelbahn erhalten Annemarie Walter aus Bellach sowie Anne Marie Eggimann aus Zuchwil. Alle Gewinnerinnen und Gewinner wurden direkt benachrichtigt.

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