Solothurn

38. Fasnachtsplakettenbörse: «Altmetall», das ganz schön teuer sein kann

Die Fasnachtsplakettenbörse im Alten Zeughaus entwickelt sich zusehends zur schweizerischen Gesamtschau.

Zwei orangefarbig bedruckte Plaketten aus dem Jahr 1939 und eine blaue von 1938 – alle selten und schwierig zu erstehen: Sie wechselten als bekannt gewordene herausstechende Höhepunkte die Besitzer an der 38. Solothurner Fasnachtsplakettenbörse im Museum Altes Zeughaus.

Das grosse Interesse an diesem spezifischen Sammel- und Kunstgut zeigte sich einerseits am übergrossen Publikumsaufmarsch, anderseits an der Rekordzahl von 19 Verkaufstischen mit 17 Verkaufswilligen. Dazu kommen noch drei Verkaufstische der organisierenden Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn UNO. Die Tendenz geht in Richtung gesamtschweizerischer Gesamtschau, Richtung Grenchen, Olten, Langenthal, Bipp, Basel und Baselbiet. So führte das ständige Kommen und Gehen zu so engen Platzverhältnissen im ersten Stock, dass die obligate Bereicherung durch eine GUSO-Gugge, diesmal die Weihere Schränzer, erstmals ins Freie vor das Alte Zeughaus verlegt werden musste.

Wachsendes Interesse, mehr Vielfalt

«Wir wurden überrannt», zieht UNO-Plakettennarr Toni Armbrust ein sehr positives Fazit. «Wir durften die Früchte ernten für unsere grosse Hintergrundarbeit, sodass es ein super Anlass wurde». Er blickt bereits voraus: «Für unser 40-Jähriges in zwei Jahren ist es interessant zu sehen, wie auch auswärtige Leute mitmachen und eine grosse Vielfältigkeit mitbringen», sagt Armbrust. Diese Vielfältigkeit geht inzwischen über das Plakettenwesen hinaus, umfasst die Nachfrage mittlerweile auch alte Fasnachtszeitungen sowie Eintrittsbillette der früheren legendären Bedli-, Tscharandi- und Chrone-Maskenbälle.

Diese Ausdehnung hat eine Professionalisierung der Verkaufstische zur Folge. Es werden nicht nur Plaketten aufgelegt und eventuell mit einem Kartonpreisschild ergänzt. Zu sehen waren systematische Platzierungen mit Beschriftungen, Listen und Übersichten sowie Preislisten mit einer Spannbreite von 1200 Franken für eine Silberplakette von 1938 bis drei Franken für eine Kupfrige im Vorjahr. Die Gestaltung dieser Kunstwerke ist nicht Profis wie Grafikern und visuell Kunstschaffenden vorbehalten. Die UNO schreibt in den Wettbewerbsbedingungen, dass «jede Närrin und jeder Narr mit künstlerischem Flair berechtigt ist», eigene Vorschläge einzureichen. Zwingend enthalten müssen lediglich das Wort «Honolulu» – wie Solothurn bekanntlich während der Fasnachtszeit heisst – die Jahrzahl und das Motto sein. Das Plakettenbild hat die Originalgrösse der Grossplakette auszufüllen.

Für die Gold-, Silber-, Kupfer-, Gönner- und Öuferli-Ausführungen ist je ein Entwurf anzufertigen. «Grundsätzlich ist gestalterisch und von der Form her alles möglich, es muss reell machbar sein, einzig der Budgetrahmen setzt Grenzen in der technischen Umsetzung, denn die Plakette muss schliesslich zu einem vernünftigen Preis verkaufbar sein», wirft Armbrust ein. Deshalb gehen die Rechte an die UNO über, sodass allfällig ausführungstechnische Anpassungen vorgenommen werden können. Die Plakettenproduktion ist reine Handarbeit. «Sie wird 34 Mal in die Hände genommen und vollständig in der Schweiz hergestellt», weiss der Plakettennarr.

Übrigens, eine Sammeltradition geht mit diesem Jahr zu Ende: Die 1970 erstmals hergestellte Grossplakette wird nach 50 Jahren Geschichte. Diese Grossplakette wurde in Bronze gegossen, echt altversilbert und patiniert. «Wir fanden es an der Zeit, etwas anderes zu machen», stellt Armbrust eine Nachfolge-Sammelära in Aussicht. «Es ist etwas gediegenes Neues in Vorbereitung, das demnächst dem UNO-Vorstand vorgestellt wird», lässt der passionierte Hundeerzieher die Katze noch nicht aus dem Sack.

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