Tag des Pferdes

300 Pferde ziehen durch die Solothurner Gassen

Am Tag des Pferdes zog der grösster Pferdeumzug der Schweiz durch die Solothurns Gassen.

Allzu schnell war der Pferdeumzug des «Tag des Pferdes» wieder vorbei. Die mehreren Hundert Zuschauer hätten dem bunten Korso noch lange zusehen mögen als bloss während der knappen halben Stunde. Festlich präsentierten sich die verschiedenen Reitsportvereine und Gruppierungen.

Bei den Teilnehmenden herrschten Freude und Stolz. 300 Pferde seien es gewesen, berichtete der zufriedene Präsident des Organisationskomitees Daniel Aebi. Der von der Interessensgemeinschaft Pferd Grenchen-Solothurn durchgeführte Umzug ist ein Traditionsanlass, der seit den 1950-er-Jahren bis im Jahr 2003 stattgefunden hatte, dann aber bis vor zwei Jahren pausierte und nun zum zweiten Mal als Revival durchgeführt werden konnte.

Tag des Pferdes 2018: Viele Reiter, Kutschen und auch geführte Pferde und Ponys zogen durch die Stadt Solothurn

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Imposanter Aufmarsch

Nach Besammlung bei der Badi in der Mutten ging es Richtung Altstadt, durch das Bieltor bis zum Baseltor, über die Rötibrücke und via Vorstadt und Wengibrücke wieder zurück. Nach dem Polizeiauto und einer dreiköpfigen Polizeipatrouille zu Pferd folgte bereits ein Highlight, nämlich die berittene Artilleriemusik Solothurn, die an ausgewählten Stellen aufspielte.

Ein anderer Höhepunkt war die imposante etwa 40-köpfige Kavallerie-Schwadron 1972, die bewaffnet in Uniform und Helm auftrat. Der Feldschlösschen-Bierfuhrwagen fiel dieses Jahr kurzfristig aus. Aber es hatte noch den Fasswagen der Brauerei Eichhof aus Luzern: Ein Fünfergespann der Rasse Wladimirer Traktorenpferd («traktor» bedeutet stark) zog den viereinhalb Tonnen schweren Wagen mit 110 Fässern. Zwar waren diese leer, bloss hinten gab es ein Fass für den Ausschank.

Alexandra Hess und ihr Mann stellten dafür ihre Pferde zur Verfügung und liefen mit ihren Mädchen Livia und Loren mit. «Die Pferde fühlen sich nicht gestresst», gab sie vor Umzugsbeginn Auskunft, «denn ihre vertrauten Bezugspersonen sind ja dabei, und wir sprechen ruhig mit ihnen.» Die Artilleriemusik, die nebenzu beim Badi-Parkplatz gerade probte, sei für sie beispielsweise neu gewesen, aber sie hätten sich sofort daran gewöhnt. «Die Pferde geniessen das sogar.» Sonnenlicht fiel auf den stattlichen Geschirrschmuck, ein Augenschmaus.

Stimmiges «Drum und Dran»

Überhaupt haben sich alle Teilnehmer viel Mühe gegeben. Trachten und historische Bekleidung, Blumen und Schmuck, schöne Frisuren bei Mensch und Pferd. Fantasiereichtum und liebevolle Details setzten Akzente. Etwa als Pferde und Esel mit Einhörnern bestückt wurden und rosa aussahen. Auch eine Prise Humor war dabei, zum Beispiel als mitten im Pferdetross ein Militärtöff mitfuhr, Pferdestärke der andern Art. Kutschen versetzten Solothurn in eine längst vergangene Zeit.

Zwei Voltigiergruppen beeindruckten das Publikum. Zwischendurch gab es auch Eseltruppen, die als «Puffer» eingesetzt wurden, um die Musik-Stopps zu überbrücken. Die «Asinerie Baudet du Poitou» Schürmatt mit Barone, Vicodine und Diabolo ist so eine, sie wurde extra angefragt, ob sie mitmachen möchte. Ein Hauch Wildwest war dabei, als Reiter als Cowboys kostümiert waren.

Aebi zog eine positive Bilanz ohne Vorfälle. Das Wetter spielte trotz des aufziehenden Sturms mit. 40 Helfende liefen zur Sicherheit links und rechts des Umzugs. Finanziell sei es letztes Mal beim 10'000-Franken-Budget gerade aufgegangen, so Aebi. Der Physiotherapeut mit Praxis in Solothurn, der vorwiegend Pferde therapiert und selber seit Kindheit reitet, habe schon mit seinem Vater die Veranstaltung besucht. Er wird auch in zwei Jahren stattfinden, verriet er. Sogleich nach dem Umzug entfernte ein Putzauto die Rossbollen. Ein bisschen Pferdeduft durfte immerhin bleiben.

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