Solothurn
28 Zauberlehrlinge zerbrechen sich den Kopf

Eigentlich sind Ferien. Trotzdem haben sich heute 28 Kinder aus der Region Solothurn auf die Schule gefreut: Sie besuchen die Zauberschule von René Schenkel, alias Humberto.

Rahel Nicolet
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Der Berufszauberer René Schenkel alias Humberto bereitet den ersten Zaubertrick vor
13 Bilder
Die Kinder lernen vier Zaubertricks
Humberto zeigt seinen Lehrlingen, wie er eine Spielkarte in den Urlaub schickt
Ferienpass Solothurn: In der Zauberschule mit Humberto
Wie ging der nächste Zauberspruch noch mal
Selina freut sich - Der Zaubertrick hat funktioniert
Nach dem Kartentrick lernen die Zauberschüler, eine Münze verschwinden zu lassen
Eben war die Münze doch noch im Case
Das erste Buch, das zaubern kann, verwandelt grüne in rote Kugeln und lässt Zauberer verschwinden

Der Berufszauberer René Schenkel alias Humberto bereitet den ersten Zaubertrick vor

Rahel Nicolet

«Das war doch eben noch eine andere Karte», ruft Robin. «Wo ist die Münze geblieben?», fragt sich Selina. Nach wenigen Minuten in der Zauberschule zerbrechen sich die jungen Ferienpass-Teilnehmer schon den Kopf. «Heute werdet ihr vier meiner Zaubertricks lernen», beruhigt der professionelle Zauberkünstler Humberto.

So zeigt er sogleich den ersten Trick vor: Luca, einer der Zauberlehrlinge, soll die mittlere von drei Spielkarten ziehen. Er nimmt die rote Herz-Karte und legt sie verdeckt vor sich auf den Tisch. «Diese Karte würde gerne in die Ferien fahren», erklärt der Zaubermeister.

Wo sie denn hinfahren könnte? «Zum Baden an den Murtensee vielleicht», schlägt eine Zauberschülerin vor. «Das sei eine gute Idee», meint Humberto und weist Luca an, die gezogene Karte zu wenden. Der Zauberschüler schaut die Karte ungläubig an: Das Blatt zeigt ein Schiff mitten auf einem See. Wie dieser Trick funktioniert, erklärt der Zauberer seinen Schülern Schritt für Schritt. Die Zauberschüler dürfen den Trick üben und einander anschliessend vorzeigen.

Zauberei lebt von Überraschung

Als Nächstes lernen die Zauberschüler eine Münze aus einem Glaskästchen verschwinden zu lassen. Benötigt werden für diesen Trick zwei transparente Plexiglas-Scheiben, ein schwarzer Plastikrahmen, eine Münze, vier Gummis und ein Tuch. Welcher Zauberspruch nötig ist, damit aus diesen Materialien ein Zaubertrick entsteht, kann hier allerdings nicht verraten werden: «Gute Zauberer erklären ihre Tricks nicht, nicht einmal dem besten Freund», schärft Humberto seinen Schülern ein.

Ratsam sei auch, den Zuschauern im Voraus nicht zu sagen, was für einen Trick man macht. «Wenn euch eure Mutter zum Geburtstag ein Geschenk überreicht, verrät sie schliesslich auch nicht, was drin ist.» Sonst wäre es ja keine Überraschung mehr. «Die Zauberei lebt von der Überraschung, da wäre es schlecht, wenn der Trick den Überraschungseffekt verliert.»

Auch Bücher können zaubern

Humberto zeigt seinen Schülern «das erste Buch, das zaubern kann». Zu viel versprochen ist das nicht: Das Buch lässt grüne Kugeln rot werden, errät, welches Znüni sich der Zauberlehrling Robin wünscht und lässt einen der Schweizer Teilnehmer vom Zaubererkongress in Blackpool verschwinden. Zum Abschluss können sich die Zauberlehrlinge von einer Zaubershow inspirieren lassen. Dann brechen sie mit einer Tüte voller Zaubertricks nach Hause auf – nun beginnen die Ferien auch für die Zauberschüler.

René Schenkel alias Umberto zaubert seit 26 Jahren. Im sogenannten Magic Zylinder, einem Zauberladen in Kloten, verkauft er alle erdenklichen Zaubertricks. Er bietet Zauberkurse an für junge und ältere Zauberlehrlinge. Zudem macht er Zaubershows an Hochzeiten, Geburtstagen oder Firmenanlässen. Ob sich ein Zauberer eines Tages pensionieren lässt? Nein, meint Umberto: «Mit der Zauberei kann ich ewig weitermachen: Ich habe meinen Traum zu meinem Beruf gemacht.»