Im April 2018 ist definitiv Lichterlöschen im Manor-Food-Markt an der Werkhofstrasse 29. Dies bestätigt die Medienstelle der Warenhauskette jetzt in einer entsprechenden Ankündigung. 53 Mitarbeitende sind dort tätig und somit von der bereits vermeldeten Schliessung betroffen.

«Manor unternimmt grosse Anstrengungen, um möglichst vielen Mitarbeitenden ein Übernahmeangebot in andere Filialen zu machen, dennoch müssen voraussichtlich 24 Kündigungen ausgesprochen werden», so das Versprechen von offizieller Stelle. Man werde alles dafür tun, um auch für jene Mitarbeitenden ohne unterbreitetes Weiterbeschäftigungsangebot eine Folgelösung innerhalb der Manor-Gruppe zu finden.

Bestätigt: Kein Ersatz in Altstadt

Eigene Pläne, das Food-Angebot in die Altstadtfiliale an der Hauptgasse einzuverleiben, waren – gemäss Manor – aufgrund der schwierigen logistischen Situation gescheitert: «Die Kriterien von Manor Food hinsichtlich Qualität und Frische, Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten und Produktion vor Ort lassen sich leider nicht mit den Vorgaben für die maximale Anzahl der Lieferungen und die Liefertage vereinbaren», sagt Flavio Milani, Manor-Regionaldirektor.

Massiver Stellenabbau bei Manor

Massiver Stellenabbau bei Manor

Die Warenhauskette Manor streicht am Hauptsitz in Basel 200 Stellen. Von der Schliessung von Manor Food sind auch 45 Stellen in Solothurn betroffen.

Damit haben nach offiziellen Angaben verschiedene Berechnungsvarianten für das Warenhaus in der Altstadt, um die Anforderungen an einen Supermarktbetrieb in Einklang mit der gegebenen Verkehrssituation und mit den Nachbarschaftsanliegen zu bringen, nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. «Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, das Projekt eines Supermarktes in der Altstadt aufzugeben», so Milani.

Der bestehende Supermarkt in der Werkhofstrasse 29 wird im April geschlossen, da Manor den bis Ende Juni laufenden Mietvertrag für das Objekt nicht verlängert hat. Manor betrieb dort seit 1996 einen Supermarkt. Die Investitionen, die nötig gewesen wären, um den Standards von Manor Food langfristig zu entsprechen, wären zu hoch gewesen.

Manor hat seine Gründe

Reaktionen aus der Leserschaft zeugen aber von einer Skepsis zu den wirklichen Motiven für die Ladenschliessung: So ist in Kommentaren unter www.solothurnerzeitung.ch die Rede davon, dass man auf diese Weise die Schliessung einer nicht rentablen Filiale beschlossen habe und die Schuld nun anderen – sprich der einsprechenden Anwohnerschaft – zuschiebe.

Laut anderen Kommentaren sei es dem Management bewusst gewesen, dass man nach der Kündigung an der Werkhofstrasse einen Umbau der Altstadt-Filiale nicht in der dafür nötigen Zeit hätte initiieren können. Demgegenüber widerspricht man bei Manor den Verdachtsmomenten und hält an der kommunizierten Begründung fest.

Über das voraussichtliche Aus des Supermarktes in Solothurn wurden die Mitarbeitenden am 24. August informiert. Das darauf folgende Konsultationsverfahren ist nun beendet und ein Sozialplan wurde ausgearbeitet. Dieser sieht vor, Kündigungen auf ein striktes Minimum zu beschränken und Härtefälle zu vermeiden, indem Stellen an benachbarten Manor-Standorten angeboten werden.

Die Möglichkeiten für Frühpensionierungen werden geprüft und Stellensuchende durch ein Outplacementcenter unterstützt. Im Falle unvermeidlicher Kündigungen sollen Betroffene, die weder intern noch extern eine Stelle gefunden haben, eine nach Alter und Betriebszugehörigkeit gestaffelte Abgangsentschädigung erhalten.

Manor werde allerdings das Bauprojekt für die Vergrösserung der Verkaufsfläche ihres Warenhauses durch Erschliessung des Innenhofes weiterverfolgen. «Zwar müssen wir leider aufgrund der Umstände in der Zukunft auf das Angebot von Manor Food in Solothurn verzichten», sagt Milani. «Manor wird jedoch weiterhin alles dafür tun, für ihre Kundinnen und Kunden attraktiv zu sein und ihnen ein unverwechselbares Angebot zu bieten.» (mgt/ak)