«Nein, bis jetzt habe ich erst drei Kilometer zurückgelegt.» OK-Chef Marco Lupi lacht und deutet auf den Schritt- und Kilometerzähler am Gurt. «15 sind es letztes Jahr bis zum Schluss gewesen», ergänzt OK-Kollege Pascal Walter.

Aber immerhin, das Märet-Fescht 2012 ist eingerichtet, alle 175 Aussteller und Bar-Betreiber haben ihr Plätzchen gefunden. Was gar nicht so einfach war. «Durch die Baustellen ist alles spannender geworden.» Und das dürfte auch nächstes Jahr nicht viel besser werden, denkt man an den Umbau des Hotels Krone. Dort fehlt weiterhin auf dem Kronenplatz die Handballer-Bar auf der St.-Ursentreppe wie die ganzen 3 mal 11 Stufen dahinter - Baustelle.

Eng ists auch vorne am Märetplatz, aber dort ist wenigstens ein Ende der Bauerei absehbar. Durch den Verzicht der Handballer, wie letztes Jahr glück- und umsatzlos vor der Gewerbeschule in der Vorstadt aufzutreten, konnten Lupi und Co. den Sicherheitsaufwand etwas reduzieren - «doch an ihr wird nicht gespart», verweist der OK-Chef auf das immer noch respektable Aufgebot an Sanität, Feuerwehr und Polizei für zwei reibungslose Nächte in der Festhütte Solothurn.

Auch die Vorverlegung um eine Woche wegen der TCS-Delegiertenversammlung in sieben Tagen hat sich für Lupi ausgezahlt: Die Sonne strahlt vom Himmel. «Bis jetzt haben wir wirklich Glück gehabt» - wenn es denn trotz Gewitterwarnung dabei bleibt.

Wo bleibt das Gewerbe?

In den Festbeizli der Fasnachtszünfte herrschte am Freitag schon mittags Hochbetrieb. Auffallend dieses Jahr: Mehr denn je säumen Profi-Marktfahrer von weither mit Modeschmuck und sonstigem Firlefanz das «Ypsilon» an der Gurzeln- und Hauptgasse. Einheimische Geschäftleute, die noch vor dem eigenen Geschäft einen Stand betreiben, sind die absolute Ausnahme geworden.

Und so ist ein gewisser Unmut bei den Samstags-Marktfahrern, die in der Gemüse-Hauptsaison auch am Samstag nur noch ein reduziertes Platzangebot in der Altstadt haben, durchaus nachvollziehbar. «Wir haben mit der IG Märet auch schon Varianten (wie die Vorstadt/Kreuzacker) diskutiert und vorgeschlagen, fanden aber keine Zustimmung», muss Marco Lupi einräumen.

Im Reich der Ansichtskarten

Umso sympathischer der Auftritt der Antiquare und Trödler zwischen dem Kronenplatz und Baseltor. Darunter auch einheimische Routiniers wie Peter «Beppo» Wälchli, der rund 2000 alte Ansichtskarten feilbietet. Den wahren Schatz lässt er allerdings zu Hause: Seine private Sammlung von 4000 Ansichtskarten zur Region Solothurn, ab 1880 bis in die sechziger Jahre.

Gleich zwei Stände, einen Tisch und den ganzen «Rank» um den Mosesbrunnen belegt der Domchor St. Ursen. Monica Schubiger und Marlies Emch, die Leiterin des 30-köpfigen Märet-Teams, haben alle Hände voll zu tun. «Der halbe Domchor hilft in Vierstunden-Schichten zu je sechs Frauen mit.»

Der Fundus an flohmäret-tauglichen Objekten ist riesig, «wir nehmen fast gar nichts mehr Neues dazu», erklärt Monica Schubiger. Nach dem Superumsatz im Vorjahr gibts jetzt den Nippes zu reduzierten Preisen, für das dreitägige Sing-Wochenende des Domchors sollte der Erlös aber allemal reichen.

Das war die Playback-Show am Märet-Fescht 201.