Zentralbibliothek Solothurn

1687 neue Benutzer: Trend zur Buchausleihe bleibt ungebrochen

Bei der Zentralbibliothek Solothurn wird der Magazintrakt unterirdisch erweitert

Bei der Zentralbibliothek Solothurn wird der Magazintrakt unterirdisch erweitert

Der Jahresbericht 2012 belegt vor allem eines: Die «Zenti» ist eine sehr beliebte Institution geblieben. Getragen von Stadt, Kanton und den meisten Regionsgemeinden konnte die Bibliothek im letzten Jahr über 1000 neue Benutzer registrieren.

Hinter den 47 Mitarbeitenden liegt ein arbeitsintensives Jahr. «Die Zentralbibliothek hat erstmals mehr als 600 000 Ausleihvorgänge verzeichnet, das sind insgesamt 7,1 Prozent mehr, als im Jahr 2011», schreibt Co-Direktor Peter Probst.

«Hinter dieser Zahl steht nicht nur die ungebrochene Bibliotheksnutzung, sondern auch die von Anschaffung über die Bearbeitung, Bereitstellung bis zum Rückstellen der zurückgebrachten Medien geht», so Probst, der als Direktor für den allgemein-öffentlichen Bereich und die Administration in der «Zenti» zuständig ist.

Zählanlage ausgefallen

Insgesamt sei der Zuspruch, den die Bibliothek beim Publikum im letzten Jahr fand, erfreulich. 1687 neue Benutzer wollten die Dienstleistungen der Bibliothek in Anspruch nehmen. Die genaue Besucherzahl konnte leider nicht festgestellt werden, da die Personenzählanlage beim Haupteingang im Berichtsjahr ausgefallen war, ohne dass es jemandem aufgefallen sei, schreibt Probst. «Die Zählanlage ist in der Zwischenzeit komplett ausgetauscht».

Als wichtigste administrative Neuerung erwähnt Probst das Inkraftsetzen der Bibliothek-Statuten – Abschluss eines Prozesses, der bereits vor zehn Jahren einsetzte. Wichtigste Neuerung sei die paritätische Zusammensetzung des Stiftungsrates. Dieser wird künftig aus je zwei Vertretern von Kanton, Stadt und Region bestehen.

Die Stiftung verfügt künftig über mehr Autonomie, insbesondere beim Aushandeln von Verteilschlüsseln zwischen den Partnern. «Noch nicht klar ist, was passiert, wenn eine Regionsgemeinde keine Beiträge an die Betriebsmittel entrichtet», schreibt Probst. Bisher sei in einem solchen Fall die Stadt Solothurn eingesprungen. Diese sei aber künftig nicht mehr bereit, solche Beiträge zu übernehmen.

Denn, so ist dem Jahresbericht ebenfalls zu entnehmen, die Stadt Solothurn steuert fast 600000 Franken jährlich an den Betrieb der «Zenti» bei. Damit ist sie neben dem Kanton Solothurn, der rund 2,8 Mio. Franken gibt, die zweitgrösste Geldgeberin. Aus den Regionsgemeinden kommen weitere 346000 Franken hinzu.

Zusammen mit kleineren Beträgen aus dem Lotteriefonds und dem Amt für Kultur und Sport, sowie «übrigen Einnahmen» halten sich die Ausgaben für Personal- und Sachaufwand in der Höhe von 3,74 Mio. Franken die Waage. Dabei enthalten ist eine Summe von 204 000 Franken für Bücherankäufe.

250 000 Franken reinvestiert

Der Ertrag an Mahn- und Einschreibegebühren, dem Dublettenverkauf und sonstigen Einnahmen betrug rund 250 000 Franken. Diese Summe wurde wiederum für den Kauf von Büchern und Musikalien für die Erwachsenen-, Kinder- und Jugendbuchabteilung verwendet. Insgesamt wurden 9810 literarische Werke, 1611 Tonträger und 849 DVDs angeschafft.

Doch wurde nicht nur Neues gekauft, Altes wurde auch aussortiert. So der noch vorhandene Stock von VHS- sowie die Hörbuch-Kassetten. Einen weiteren Abbau gab es in der Freihandbibliothek bei den englisch- und französischsprachigen Bücherbeständen, die rund die Hälfte aussortiert wurden. Auch der Bestand von italienischen Werken wurde grösstenteils aussortiert. Künftig werden diese Bestände durch einen Wechselbestand von Bibliomedia ersetzt. «Ein kleiner Eigenbestand von englischsprachigen und französischen Klassikern soll jedoch erhalten bleiben», steht im Jahresbericht.

Bei den wissenschaftlichen Beständen und Sammlungen konnten ein rund elf Laufmeter langer Mischbestand der «Bestandesfragmente und Einzelstücke verschiedener Herkunft» aufgearbeitet werden, bilanziert Verena Bider, Co-Leiterin, Abteilung wissenschaftliche Bestände der Zentralbibliothek. Es handelte sich dabei um Schriften von Jakob Amiet (1817– 1883), Fürsprecher, eidgenössischer Staatsanwalt und Kantonsrat, sowie Joseph Ignaz Amiet (1827–1895), Staatsschreiber.

Dazu kam die Aufarbeitung des Nachlasses des ehemaligen Zenti-Bibliothekars Leo Altermatt (1896–1962). Als Schenkungen konnten ein weiterer Nachlass von Cäsar von Arx und Alfred Hartmann sowie ein Brief von Josef Joachim aus dem Jahr 1857 an seine nachmalige Ehefrau Elise Fuchs entgegengenommen werden. Dazu kamen Musikalien aus dem Stadtarchiv Olten, Materialien der Familie von Vigier aus dem Schlösschen Subingen und der Pfarreibibliothek Neuendorf. Von Inkunabeln besitzt die Bibliothek 880 Drucke mit Erscheinungsdatum vor 1501.

Leitungswechsel bei den «Kleinen»

Beim Personal ergab sich eine grosse Änderung: Auf Ende 2012 verliess die langjährige Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek, Christine Ryser ihr Amt. Christa Schönmann Abbühl wurde als ihre Nachfolgerin gewählt und hat ihre Arbeit erfolgreich aufgenommen.

Die Kinder- und Jugendabteilung hat neu einen Blog: http://kijubi.blogspot.ch

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