150 Aussteller auf 6000 Quadratmetern in fünf Hallen - in diesem Imperium konnten das Messeleiter-Ehepaar Monika und Benno Krämer die Eigenheim-Familie begrüssen. Und Krämer machte eingangs keinen Hehl aus seiner Vision: «Solothurn braucht eine Messe- und Forumshalle auch für Sportanlässe von 6000 Quadratmetern.

Möglichst hier, am Anschluss zur A 5. Mit einem Mietpreis von 120 Franken pro Quadratmeter wäre sie innert einem Jahr amortisiert.» Nun soweit ist es noch lange nicht, vorerst freute sich der rührige Messemanager über das achte Gastrecht ensuite in den Räumlichkeiten des CIS-Centers und in der der benachbarten Raiffeisen-Halle der Kunstturner.

Warnung vor Mindestlohn

«Einige gewerbepolitische Botschaften» überbrachte zur Eröffnung Marianne Meister, Gemeindepräsidentin von Messen, Kantonsrätin und Präsidentin des kantonalen Gewerbeverbandes KGV.

«Das wahre Rückgrat der Schweiz bilden die rund 300 000 kleinen und mittleren Unternehmungen - das sind 99,7 Prozent aller Betriebe. Nur 0,3 Prozent gehören zu den ganz Grossen, die medial auf grosse Aufmerksamkeit stossen.»

Die Vielzahl der KMU wirke stabilisierend auf den Arbeitsmarkt, sie seien flexibler und wüchsen in der Regel schneller als grosse Unternehmen. «Die 9000 Firmen, die in unserem Kanton angesiedelt sind und Arbeitsplätze und Wohlstand generieren, sie leisten Grossartiges, schaffen Lehrstellen und Arbeitsplätze», so Meister.

Und verteidigte gleichzeitig das duale Berufssystem, dass eine hohe Bedeutung für die Innovationsfähigkeit, die Produktivität und Arbeitsqualität habe. Kritisch setzte sie sich mit der Chancengleichheit zwischen der höheren Berufs- und Weiterbildung sowie dem akademischen Weg auseinander.

Eröffnung der Eigenheim-Messe Solothurn

Eröffnung der Eigenheim-Messe Solothurn

«An der Uni zahlt jemand 700 Franken Semestergebühren, die Meisterausbildung als Haustechniker kostet dagegen 30 000 Franken, welche die Leute aus dem eigenen Sack bezahlen müssen», warb Marianne Meister für mehr gleichlange Spiesse bei der Ausbildung.

Scharf wandte sie sich auch gegen die Mindestlohn-Inititative. Die 4000 Franken für jedermann seien zwar sehr verlockend, «aber das ist ein ganz massiver Eingriff in unser Eingriff in unseren liberalen und flexiblen Arbeitsmarkt», warnte sie vor einer Annahme der Initiative, die einem «Eigengoal» gleich komme.

Millionen für Deutschland

«Für 535 Millionen Franken haben Schweizer 2012 Fisch und Fleisch in Deutschland gekauft», wartete Marianne Meister mit einer eindrücklichen Zahl zum nächsten gewerbepolitischen Problemkreis über: dem Einkaufstourismus, dem 44 Prozent aller Schweizer Haushalte monatlich und damit regelmässig frönen.

«Dadurch gehen dem Gewerbe und Detailhandel jährlich nur bei Einkäufen für den täglichen Bedarf 5 Milliarden Franken verloren», doppelte die Gewerbeverbands-Präsidentin nach.

Dann hieb Meister in eine weitere Kerbe: «55 Stunden muss ein KMU im Monat für administrativen Aufwand einkalkulieren» - Trend steigend, prangerte sie den Amtsschimmel an.

Denn «diese Zeit geht fürs Kerngeschäft verloren.» Und gab damit die Messe frei fürs Kerngeschäft der Aussteller, die heute von 16 bis 20 Uhr, morgen von 10 bis 18 und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr präsent sind.