Solothurn

15-jähriger Solothurner will eigene Modefirma gründen

Der 15-jährige Joël Bonnaventure trägt gleich selbst ein Sweatshirt seiner Modelinie «bonjo».

Der 15-jährige Joël Bonnaventure trägt gleich selbst ein Sweatshirt seiner Modelinie «bonjo».

Der Solothurner Jungunternehmer Joël Bonnaventure ist auf dem steinigen Weg zum eigenen Start-up. Der 15-jährige Kantischüler will die Modelinie «bonjo» gross herausbringen.

Da steht er: Mittelgross, zerzaustes, dunkelblondes Haar, blaue Augen, eine etwas unsichere Körperhaltung – der bald jüngste Solothurner Jungunternehmer, Joël Bonnaventure. Mit seinen 15 Jahren ist der Kantischüler dabei, sein erstes Unternehmen im Modebusiness zu gründen.

«Während einer Zugfahrt kam mir die Geschäftsidee, die ich in drei Sätzen formuliert habe», blickt der junge Solothurner mit französischen Wurzeln zurück. So sei die Idee der Modefirma namens «bonjo» – Kombination aus Vor- und Nachnamen – erstmals niedergeschrieben worden.

Über einen Bekannten hat sich der Kantischüler dann am Institut für Jungunternehmer für einen Kurs in «Unternehmensgründung» angemeldet. «Wir haben Joël Bonnaventure trotz seiner 15 Jahre in den Kurs aufgenommen, da er bei der Selektion viel Motivation gezeigt hat und wir von einem Gönner einen Tipp erhalten hatten», erklärt Flavio Agosti, Projektmanager am Institut für Jungunternehmer, auf Anfrage. Es komme selten vor, aber man wollte dem jungen Mann eine Chance geben.

Versuchen geht über alles

Bis Ende Mai dauert der Kurs nun noch. Der Solothurner schreibt aber bereits am Businessplan für seine geplante Aktiengesellschaft und sucht erste Investoren. «Meine Firma ‹bonjo› ging im März online», verkündet er stolz. Mittlerweile ist der Jungunternehmer auf Facebook und seiner eigenen Homepage präsent. So soll es aber nicht bleiben, Bonnaventure hat hochfliegende Pläne: «Ende Mai gibt es meine erste Modelinie online auf bonjo.ch zu kaufen und bis im Jahr 2014 ist dann das eigentliche Kerngeschäft, die Modelagentur, geplant», erklärt der junge Mann entschlossen.

Bereits beim Gespräch trug er eines seiner entworfenen Kleidungsstücke mit dem Knopf als Logo (siehe Foto). Ob er keine Angst habe, auf die Nase zu fallen? «Als kleiner Junge habe ich alles einfach versucht, ohne an die Konsequenzen zu denken», erinnert sich der Jungunternehmer. Seine Mutter habe ihn dabei immer unterstützt. «Wer nicht probiert, hat schon verloren.»

«Auf Hilfe angewiesen»

Das Kernproblem: 15-Jährige dürfen keine Verträge unterschreiben. «Momentan kläre ich ab, wer als Unterschriftgeber infrage kommt», zerstreut der Schüler selbstsicher die Bedenken. Ein Anwalt oder ein Stellvertreter in der Firma könne er sich vorstellen, aber nur solange er alle Entscheidungen fällen könne. «Ich bin der Ideengeber, aber Hilfe brauche ich trotzdem», räumt Bonnaventure ein. Nicht nur finanzieller Art: «Die Gründung eines Start-ups ist mit sehr viel Arbeit verbunden und meine Mitstreiter haben zehn Jahre mehr Erfahrung.» Er habe beispielsweise noch nie einen Businessplan geschrieben. Doch davon lässt sich der junge Solothurner nicht unterkriegen und ist überzeugt, dass er bald sein erstes Start-up gründen wird. «Auch 15-Jährige sollen ihre Träume leben.»

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