Fasnachtsjubiläum
11i-Schränzer machen Guggen-Sound wie die Grossen

Die erfolgreiche Kindergugge 11i-Schränzer feiert heuer ihr 25-jähriges Bestehen.

Pius Rüegger
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Die 11i-Schränzer brillierten am Umzug am Sonntag als Glückskobolde.

Die 11i-Schränzer brillierten am Umzug am Sonntag als Glückskobolde.

Oliver Menge

«Unsere Grundidee ist immer noch vorhanden», sagt Reto Hartmann stolz. «Es ist eine schöne Genugtuung, dass es immer noch funktioniert», stellt er zudem zufrieden fest. Hartmann, ihr Gründervater, meint die Kindergugge 11i-Schränzer, die vor 25 Jahren erstmals an den Umzügen teilnahm. «Erste Pläne hatten wir bereits 1988, denn wir hatten das Gefühl, eine Kindergugge täte gut, um Nachwuchs für die Guggen heranzuziehen», so der Ur-Guuggageri weiter. Konkreter wurde dieses Projekt 1990.

Hartmann war zu dieser Zeit GUSO-Musignarr, «Chef» der vereinigten Guggenmusigen. «In diesem Gremium haben wir darüber diskutiert, und ich fand die nötige Unterstützung», erzählt Hartmann. Als erster musikalischer Leiter stellte sich Dieter Nobs zur Verfügung, das Kassieramt übernahm Marlis «Chrusle» Flury. Weiter arbeitete Fritz Zimmermann mit. Wichtig war den Initianten auch die Unterstützung der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft UNO.

Ziel ist geblieben, den Kindern die Teilnahme beitragsfrei zu ermöglichen und ihnen die Instrumente zur Verfügung zu stellen. «Wir wurden damals im Züribiet und im östlichen Aargau fündig, aber auch die Mamfi schenkte uns zwei Pauken», so holte Hartmann die ersten Instrumente.

Somit konnten im November 1990 die 11i-Schränzer gegründet werden. «Wir waren erstaunt, wie viele gekommen sind und viele kamen, die wussten nicht, wie man ein Instrument in die Hand nimmt, geschweige denn wie man es spielt», schmunzelt Hartmann. Die Mamfi stellten übrigens ihren Keller als erstes Probelokal zur Verfügung.

Junge Senkrechtstarter

«Wider Erwarten wurde bereits das erste Jahr zu einem vollen Erfolg», blickt der passionierte Ur-Fasnächtler zurück. Die Idee, dass nicht die (erwachsene) Leitung, sondern die Kinder über Motto, Kostüme, Stücke, Gönner usw. bestimmen, konnte mit wenigen Anpassungen an den Zeitgeist durchgezogen werden. Eine betrifft den Gönner: 2015 wurden die bisher zwei Postkarten von zwei ebenfalls selbst gestalteten Buttons abgelöst.

Ein Problem blieb, ein geeignetes Probelokal für rund 40 Kids zu finden. Ein Grundprinzip ist zudem, dass die Kinder um 21 Uhr entlassen werden. Etwas freut Hartmann besonders: «Seit einigen Jahren gibt es bereits Kinder, deren Eltern schon dabei waren».

Fasnächtliche Talentschmiede

Aktuell seit drei Jahren führen Cornelia Schwaller und Selina Huber – Tante und Nichte – die 11i-Schränzer administrativ-organisatorisch als Co-Präsidentinnen. Musikalisch steht diese Talentschmiede unter den Fittichen von Livia Spring, die in Basel Musik studiert.

Sie arrangiert die Stücke und passt die Noten auf die Instrumente und das Können der Kinder an. «Wir haben das erste Mal sehr viele Trompeten, nämlich zwölf und vier Posaunen zulasten der Saxofone», beschreiben Schwaller und Huber den heurigen Groove. Pro Jahr werden zwei, drei Stücke neu ins Repertoire aufgenommen. «Jedes Kind kann Vorschläge bringen, dann entscheidet Livia, welche spielbar sind», sagen die Co-Präsidentinnen.

Im Jubiläumsjahr nehmen 44 Kinder an den 11i-Aktivitäten teil. Die Obergrenze von 40 wurde leicht angehoben. Das Jüngste ist achtjährig, die Älteste 22. «Die Älteren helfen uns auch bei der Betreuung der Kleinen und übernehmen ‹Mami›-Funktionen», so die Co-Präsidentinnen. Überraschend sei immer wieder, wie die altersmässige Durchmischung sehr gut funktioniere.

Die altersbedingten Abgänge können problemlos kompensiert werden. «Die meisten, vor allem die Mädchen, gehen in Guggen, bei den Buben viele in Zünfte», wird der Zweck der Nachwuchsförderung erfüllt. In diesem Jahr sind die 11i-Schränzer etwas gar frauenlastig: «Von den 44 sind nur 13 Buben, die meistens Schlagwerke spielen».

Die Proben der 11i-Schränzer beginnen nach den Herbstferien und können in der Turnhalle des Vorstadt-Schulhauses abgehalten werden. In zwölf Einheiten wird der Gugge-Nachwuchs auf die kommende strenge Fasnachtswoche mit verschiedenen sich eingebürgerten «Pflicht»-Terminen ausserhalb der drei Umzüge fit gemacht. Bewusst wird unter dem Jahr nichts gemacht, es sei denn, der Stadtpräsident wünscht eine Bereicherung der Generalversammlung des Verbandes der Schweizerischen Einwohnerdienste, wie im Mai 2015.

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