Nicht nur ein Meer von gelben Tulpen auf den Tischen der Sporthalle Zuchwil sorgte für Frühlingsstimmung, sondern auch das von der Regiobank Solothurn präsentierte Zahlenmaterial: Allein der Bruttogewinn lag mit 18,96 Mio. Franken gleich um den Rekordwert von 9, 5 Prozent über dem Vorjahr.

VR-Präsident Felix Leuenberger misst jedoch der Höhe des offen ausgewiesenen Eigenkapitals «die höchste Bedeutung» zu: Die 167 Mio. stellten 7,3 Prozent der Bilanzsumme dar – dies sei «ein ehrlicher und verständlicher Messwert, was das Eigenkapital betrifft.»

Man halte damit alle auch künftig erforderlichen Werte ein, meinte Leuenberger mit Hinblick auf die weltweite Quote von nur 3,7 Prozent Eigenkapitalanteil vor allem der Grossbanken.

Weiter wies der VR-Präsident auf die Risiken der aktuellen «experimentiellen Geldpolitik» der EU wie den USA hin, aber auch auf die regulatorischen Aktivitäten der Schweizer Nationalbank hin. «Wir wollen uns in einem unsicheren Umfeld für alle Fälle rüsten», erteilte Felix Leuenberger einer «experimentiellen Bank» eine klare Absag

Keine Immobilienblase in Sicht

CEO Markus Boss erläuterte in seinem Geschäftsbericht, dass 70 Prozent des absolut dominierenden Hypothekargeschäfts mit risikoarmen Wohnungsbaufinanzierungen abgewickelt werde. «Die durchschnittliche Hypothekargrösse beträgt nur noch 380'000 Franken. Zudem stellen wir in unserem Marktgebiet keine Immobilienblase fest.»

Boss präsentierte auch die Prinzipien für die vorsichtige Geschäftspolitik der Regiobank: Konzentration auf die Region, Diversifikation nach Kunden, Wohnungsbau als wichtigstes Standbein, eine KMU-orientierte Firmenkundenstrategie und die ständige Risikoüberwachung.

Interessant die Aufschlüsselung des gesamten Business-Volumens der Bank von total 4.9 Milliarden auf die einzelnen Regionen: 30 Prozent, also fast ein Drittel stammt von Personen und Firmen aus der Stadt Solothurn (1,55 Mrd. Franken), rund eine Milliarde aus dem Marktgebiet Biberist Wasseramt, 960 Mio. aus den umliegenden Gemeinden ohne Zuchwil und Biberist, 435 Mio. steuert das Marktgebiet Grenchen/Seeland bei, 285 das Gebiet Egerkingen-Gäu «und immerhin 960 Mio. Franken kommen aus den umliegenden Kantonen.»

Egerkinger im Verwaltungsrat

Besser vertreten ist im siebenköpfigen Verwaltungsrat das Gäu, denn neu ins Gremium berufen wurde Jonas Schürmann (Egerkingen) für Gregor Burch aus Basel. Für weitere vier Jahre wiedergewählt wurden neben Präsident Felix Leuenberger (Bellach) auch Kurt Fluri (Solothurn), Andreas Bühlmann (Biberist), Petra Flury Schmitt (Günsberg), Alex Naef (Bellach) und Bruno Walter (Solothurn).

Dieses Traktandum wie die Entlastung des Vorstandes oder die Gewinnverteilung mit einer Dividendenausschüttung von 66 Franken pro Aktie wurden alle fast oppositionslos gutgeheissen. Im weiteren bekräftigte VR-Präsident Leuenberger das Engagement der Bank auf dem Weissenstein – das vom Ehepaar Käser geführte Kurhaus eröffnet am 27. April wieder.