Hauseigentümer
100 Jahre wollten gefeiert werden

Nur ein Jahr nach dem Hauseigentümerverband (HEV) Schweiz feiert der HEV Region Solothurn sein 100-jähriges Bestehen. Dessen Anmeldung mit 53 Mitgliedern wurde 1916 vom Dachverband «ohne Einrede» gutgeheissen. Seither ist die Mitgliederzahl auf 7661 angestiegen, sechs Präsidenten haben den Verein geführt.

Mark A. Herzig
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Der Hauseigentümerverband Region Solothurn wurde nur ein Jahr nach dem HEV Schweiz gegründet.

Der Hauseigentümerverband Region Solothurn wurde nur ein Jahr nach dem HEV Schweiz gegründet.

Keystone

Die Jubiläumsversammlung lief etwas anders ab als gewohnt. Das Duo Lapsus führte in bester Slapstickmanier – die 600 Anwesenden quittierten es mit Lachsalven und tosendem Applaus – durch den Abend und liessen HEV-Präsident Christoph Geiser gerade noch die statutarischen Traktanden.

Landammann Roland Fürst erinnerte in seiner launigen Grussbotschaft daran, dass 1916 auch die Relativitätstheorie veröffentlicht und BMW gegründet wurde. So wandeln sich Zeiten: Miet- und Sozialrecht änderten, Einwohner- und Hauseigentümerzahl stiegen rasant und damit die Anforderungen auf verschiedensten Gebieten. «Ihr halft mit, dass Haus- und Wohneigentum ein wichtiges Element unseres erfolgreichen Wirtschaftssystems bleiben», schloss er.

Mark Winkler, Kantonsrat und Präsident des kantonalen HEV, wies darauf hin, dass dieser regionsüberlappende Aufgaben erfülle. Derzeit stünden oben auf der Liste: Das Kaminfegergesetz, die Mustervorschriften im Energiebereich und der Katasterwert. Man werde dagegen kämpfen, dass der Staat den Hausbesitzern das Leben immer schwerer mache.

Hans Egloff, Nationalrat und Präsident des HEV Schweiz, überbrachte die Glückwünsche des Dachverbandes. Er erläuterte zudem aktuelle politische Fragen dieser Ebene und wollte die Anwesenden für den Enteignungspassus im neuen Asylgesetz sensibilisieren. Er streifte ferner das «Problem Eigenmietwert», sieht dieses aber nicht vor Ende seiner Tätigkeit gelöst.

Ein besonderes Jahr

Die statutarischen Geschäfte eröffnete Christoph Geiser mit einem Blick auf den regionalen Immobilienmarkt, dem er Stabi-lität zuerkannte, auch wenn er auf diesem Anbietermarkt Abschwächungstendenzen wahrnehme. Der Kanton Solothurn zähle nach wie vor zu jenen mit dem grössten Leerwohnungsbestand, beklagte er.

Unter den Dienstleistungen des HEV hob Geiser die Wohnungsabnahmen und Immobilienbewertungen hervor. «Sie wurden aufgrund der weiter gestiegenen Nachfrage ausgebaut, und so stehen Ihnen für diese Bedürfnisse zehn ausgewiesene Fachpersonen zur Verfügung.»

1000 Rechtsauskünfte

2015 war für die Geschäftsstelle ein besonderes Jahr, nahm Sekretär Beat Gerber den Faden auf: Im Juni wurde die Erbschaftssteuer abgelehnt, gegen immer neue Einschränkungen des Eigentums, höhere Steuern und neue Abgaben wehrt sich der HEV nach Kräften. 1000 Rechtsauskünfte, hauptsächlich zu Miet- und Steuerrecht sowie Stockwerkeigentum, konnten trotz krankheitsbedingter Abwesenheiten zügig erteilt werden – die Ansiedlung des HEV-Sekretariats in einem Anwaltsbüro hat sich bewährt. Der Drucksachenverkauf ist trotz Internetkonkurrenz nach wie vor beliebt und erbrachte 27 000 Franken.

Kassier Kurt Bargetzi erläuterte die Jahresrechnung, die bei einem totalen Ertrag von 333 500 Franken ein Ergebnis von 1500 Franken auswies. Das Budget für das laufende Jahr bewegt sich bei einheitlichem Jahresbeitrag von 40 Franken in der Grössenordnung von 2015, mit Ausnahme der Aufwendungen für die Jubiläumsaktivitäten, wodurch ein Minus von 33 000 Franken entstehen wird. Für den verstorbenen Heinz Jenzer wurde Verena Zimmermann (Lüterkofen) als neue Revisorin gewählt.

Am Ende versammelten sich Gäste und Mitglieder zu einem der Jubiläumsevents – zu einem reichen Apéro riche.

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