Stadt Solothurn

10. Schuljahr: Fast alle Jugendlichen haben eine Lehrstelle gefunden

Die Schülerinnen und Schüler vor dem Aufbruch in den Berufsalltag. Alain Gantenbein

Die Schülerinnen und Schüler vor dem Aufbruch in den Berufsalltag. Alain Gantenbein

Auch in der Stadt Solothurn ist ein weiteres freiwilliges 10. Schuljahr vorbei – und Schulleiter Alain Gantenbein kann ganz zuletzt doch noch ein erfreuliches Fazit ziehen: Gegen 96 Prozent der jungen Schulabsolventinnen und -absolventen haben einen Ausbildungsplatz für das nächste Jahr gefunden.

Was nicht ganz selbstverständlich ist, denn im März hatte es noch lange Gesichter gegeben. Alain Gantenbein: «Nachdem die Lehrstellensuche im Herbst zunächst erfreulich verlaufen war, kam im März des laufenden Jahres der grosse Einbruch. In diesem Monat konnte keine einzige neue Stelle verbucht werden.» Die Schülerinnen und Schüler seien frustriert gewesen, ja sie «begannen sich zu fragen, was denn passiere, wenn sie keine Lehrstelle mehr fänden.»

Verschiebung in den Berufen

Doch immerhin hatte bereits die Hälfte der Schülerschaft bis dahin eine Lehrstelle gefunden, «und so konnten wir uns umso mehr für die andere Hälfte einsetzen», so der Schulleiter. Mit viel Aufwand und Unterstützung von verschiedenster Seite hätten alle zu neuer Motivation und aus zu neuen Berufszielen gefunden.

«60 Prozent fanden eine Lehrstelle in dem Beruf, den sie sich vorgestellt hatten. 40 Prozent dagegen in einem ganz anderen Bereich», bilanziert Alain Gantenbein weiter. Dabei sei es auch keineswegs darum gegangen, eine «Lösung um jeden Preis» zu erzwingen, denn aus Erfahrung wissen die Verantwortlichen, dass solche ungeliebten Lehrverhältnisse folgenschwer sein können. «Das Risiko eines Lehrstellen-Abbruchs ist dabei gross.»

Interessant ist auch, dass sich die Berufe, in denen Lehrstellen gefunden wurden, für die zumeist aus der Ober- und Sekundarschule hervorgegangenen Jugendlichen ziemlich massiv verschoben haben. «Der Bereich KV und Büro ist eindeutig zurückgegangen. An Gewicht gewonnen haben dagegen die Bereiche Verkauf, Logistik, Gesundheit und Betreuung», erklärt Alain Gantenbein nach den Erfahrungen der letzten Monate.

Ein Jahr älter und reifer

Generell gewinnt der Schulleiter dem 10. freiwilligen Schuljahr positive Aspekte ab: «Die Ober- und Sekundarschüler verfügen mit dem Zusatzjahr über einen grösseren Schulsack. Und das Risiko, dass nun im Lehrverhältnis Probleme auftauchen, nimmt ab, da die Jugendlichen inzwischen ein Jahr älter und reifer geworden sind.»

Das jetzige Ergebnis bestätigt für Alain Gantenbein, dass der Jahrgang 2011/12 ein «vollauf gelungener Jahrgang» gewesen sei. Denn die fast 96 Prozent aller Schülerinnen und Schülerinnen, die auf Ende Juni eine Anschlusslösung gefunden haben – nur 10 Prozent davon beginnen ein Praktikum – sind für Gantenbein keineswegs selbstverständlich. Im Gegenteil: Alles in allem sei dies «ein neuer Rekord»!

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