Raser
Staatsanwaltschaft zieht Urteil im Raser-Prozess von Schönenwerd weiter

Das Amtsgericht Olten hat im Fall der mutmaslichen Raser von Schönenwerd entschieden. Nun will die Staatsanwaltschaft das Urteil anfechten und zieht den Fall an die nächsthöhere Instanz an das Obergericht weiter.

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Raserunfall in Schönenwerd

Raserunfall in Schönenwerd

Kapo SO

Der Raserprozess von Schönenwerd geht in die nächste Runde. Die Solothurner Staatsanwaltschaft zieht die Urteile gegen die mutmasslichen Raser an das Obergericht weiter.

Damit folgt die Staatsanwaltschaft den juristischen Vertretern der drei Autofahrer. Diese hatten bereits nach dem Urteil angekündigt, das Urteil an die nächsthöhere Instanz weiterzuziehen.

Mit dem Weiterzug will Oberstaatsanwalt Felix Bänziger sicherstellen, dass das Obergericht das vorinstanzliche Urteil nicht nur zu Gunsten, sondern auch zu Ungunsten der Beschuldigen verändern kann.

Hätte die Staatsanwaltschaft das Urteil nicht weitergezogen, könnte das Obergericht nur eine gleich höhere oder mildere Strafe aussprechen.

Der Termin für den Berufungsprozess vor Obergericht steht noch nicht fest.

Verteidiger der Mitangeklagten forderten Freispruch

Ende Oktober hatte das Amtsgericht Olten den Hauptangeklagten der vorsätzlichen Tötung, der vorsätzlichen schweren Körperverletzung und der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln für schuldig befunden.

Dafür erhielt er eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten. Die beiden Mitangeklagten wurden wegen mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von je 28 Monaten verurteilt. Je acht Monate davon müssen sie im Gefängnis absitzen.

Während dem Prozess hatte die Verteidigerin des Hauptangeklagten eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten gefordert.

Die Verteidiger der mutmasslichen Mittäter plädierten auf Freispruch.

Am 8. November 2008 kam beim Unfall in Schönenwerd eine 21-jährige Frau ums Leben. Sie sass auf dem Rücksitz eines korrekt fahrenden Autos. Ein heute 61- jähriger Mann und seine 64-jährige Ehefrau wurden verletzt.