Brand in der St.-Ursen-Kathedrale
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Brandstifter der St. Ursenkathedrale

Am 4. Januar legte der Oltner Andres Z. Feuer in der St. Ursenkathedrale. Der Schaden geht in die Millionen. Nun klagt ihn die Solothurner Staatsanwaltschaft beim Richteramt Solothurn-Lebern wegen Brandstiftung an.

Merken
Drucken
Teilen

Der Angeklagte wird sich vor Gericht zudem wegen mehrfacher versuchter Störung des Eisenbahnverkehrs, mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung, Schreckung der Bevölkerung und Drohung zu verantworten haben, wie die Staatsanwaltschaft heute mitteilt.

Der Angeklagte Oltner Andres Z. der 62-jähriger Oltner, hatte am 4. Januar 2011 rund 20 Liter Benzin über den Altar und die darunter liegenden Teppiche in der St.-Ursen-Kathedrale gegossen und mit einer Kerze in Brand gesetzt.

Mehrere Meter schossen die Flammen in die Höhe. Durch die starke Rauchentwicklung entstanden im ganzen Kircheninneren Russablagerungen und ein Sachschaden von etwa 3.5 Millionen Franken. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Der Feuerteufel wurde noch vor Ort verhaftet.

Nicht die erste Strafuntersuchung

Der Angeklagte Oltner war bereits am 12. März 2009 strafrechtlich in Erscheinung getreten. Damals hatte er die Absicht, beim Bahnhof Olten-Hammer einen Zug entgleisen zu lassen. Eigens dafür brachte er eine Stahlkonstruktion auf einem Bahngeleise an. Es kam jedoch nicht zum Unfall: Der Angeklagte meldete seine Tat noch am gleichen Tag der Polizei.

Abklärungen ergaben, dass die Stahlkonstruktion nicht geeignet war, einen Zug entgleisen zu lassen. Dennoch verurteilte die Staatsanwaltschaft Andres Z. am 10. Juni 2010 zu einer bedingten Geldstrafe.

Dieser wollte die Strafe jedoch nicht auf sich sitzen lassen und erhob Einsprache. Er wird sich deshalb vor Gericht auch wegen versuchter Störung des Eisenbahnverkehrs und mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung zu verantworten haben.

Schreckung der Bevölkerung und Drohung

Andres Z. gab weiter von sich zu reden, als er am 26. Juli 2010 auf einer Zugfahrt eine zuvor selbst gebastelte Weste überzog und den Fahrgästen mitteilte, er werde diese in fünf Minuten zünden. Wegen dieses Vorfalls erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Schreckung der Bevölkerung und versuchter Störung des Eisenbahnverkehrs.

Ebenfalls angeklagt wurde er wegen Drohung, weil der 62-Jährige am 17. August 2010 den SBB schrieb, dass, wenn er nicht bis zu seinem Geburtstag rehabilitiert würde, die SBB ein Problem bekommen würde. Zudem fragte er die SBB, ob ihr bewusst sei, dass sie nicht nur für Selbstmörder, sondern auch für Selbstmordterroristen das nahe liegende Ziel sei.

Andres Z. gesteht Brandstiftung

Der Angeklagte ist geständig. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der Strafuntersuchung davon aus, dass der Angeklagte mit seinen Taten auf sich aufmerksam machen und ein Zeichen gegen die Justiz und für notwendige Veränderungen in der Gesellschaft setzen wollte.

«Ein aktuelles psychiatrisches Gutachten attestiert dem Angeklagten aufgrund seiner erheblich beeinträchtigten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit eine schwer verminderte Schuldfähigkeit», schreibt sie. Zudem spreche das psychiatrische Gutachten von einem «hohen Rückfallrisiko für die Begehung weiterer strafbarer Handlungen der bisherigen Art».

Der Termin für die Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest. (ldu)