Kantonsrat

Sowohl Hochdeutsch als auch Dialekt soll gefördert werden

im Kindergarten soll nicht nur Dialekt gesprochen werden. Bild: Andreas Maurer

im Kindergarten soll nicht nur Dialekt gesprochen werden. Bild: Andreas Maurer

Mit 72 zu 19 Stimmen stimmte der Solothurner Kantonsrat gegen das Anliegen von SVP-Kantonsrat Hannes Lutz (Lostorf), künftig im Kindergarten nur noch Dialekt zu sprechen. Einzig die SVP-Fraktion folgte der Argumentation ihres Parteikollegen.

Die übrigen Fraktionen indes stellten sich geschlossen hinter die Regierung und die vorberatende Bildungs- und Kulturkommission (Bikuko). Regierungsrat Klaus Fischer erinnerte an eine Weisung des Amtes für Volksschule und Kindergarten aus dem Jahr 2004, gemäss der im Kindergarten sowohl der Dialekt als auch die Bereitschaft, Hochdeutsch zu lernen, gezielt gefördert werden soll.

Und dabei soll es nach dem Willen des Parlaments auch in Zukunft bleiben. „Die Kindergartenlehrpersonen entscheiden je nach den lokalen Gegebenheiten sowie aufgrund fachlicher und professioneller Kriterien, wann sie mit den Kindern Hochdeutsch oder Dialekt sprechen," sagte Franziska Roth (SP, Solothurn) als Sprecherin der Bikuko. Für die Förderung der Kinder seien beide Sprache von zentraler Bedeutung.

Wichtiger Integrationsfaktor

Studien hätten zudem ergeben, dass die Lesekompetenz bei Kindern aus bildungsferneren Schichten oder Kindern mit Migrationshintergrund verbessert werden kann, wenn sie möglichst früh mit Hochdeutsch in Kontakt kommen. Hannes Lutz hielt dem namens seiner Fraktion entgegen, dass der Dialekt ein wichtiger Integrationsfaktor ist.

Häufig aber würden Kinder aus ausländischen Familien überhaupt erst im Kindergarten mit dem Schweizer Dialekt konfrontiert. Zudem sei der Dialekt Träger unserer Tradition und Geschichte, den es zu hegen und zu pflegen gelte.

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