Bewegung am Weissenstein: Die Bürgergemeinde Solothurn und die Kurhaus Weissenstein AG sind offenbar nicht abgeneigt, das Kurhaus an eine Investorengruppe zu verkaufen.

Bereits am nächsten Montagabend soll der Solothurner Bürgerrat über das brisante Geschäft verhandeln. Ein entsprechender Antrag soll vorbereitet sein, um den Verkauf an die Bürgergemeindeversammlung vom 13. Dezember zu bringen. Getroffen wurde der Grundsatzentscheid, mit dem Antrag auf «sofortigen Verkauf» in den Bürgerrat zu gehen, offenbar am Donnerstag.

Von der Not getrieben

«Ich weiss noch von nichts, aber sinnvollen Lösungen sind wir nicht abgeneigt» – viel mehr liess sich Josef Ingold, Präsident der Kurhaus Weissenstein AG, zum geplanten Verkauf nicht entlocken. Solothurns Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger gab sich ähnlich zugeknöpft: «Informationen gebe ich nur dem Bürgerrat.»

Aus Insiderkreisen ist jedoch zu vernehmen, dass es sich bei den Interessenten um eine «seriöse Solothurner Gruppe» handle, die etwas für die Zukunft des Solothurner Hausbergs tun wolle. Um diesen ist es wahrlich nicht gut bestellt, denn seit einem Jahr ist die alte Sesselbahn ausser Betrieb, und der Weissenstein über die geschlossene Passstrasse im Winter nur noch zu Fuss erreichbar.

Das führte auch zu Zwistigkeiten über den Pachtvertrag zwischen der Kurhaus Weissenstein AG und dem Pächterpaar – zuletzt hatte sich dieses entschlossen, trotz einem reduzierten Pachtzins den Zehnjahresvertrag nach nur vier Jahren aufzulösen und das Kurhaus Ende November zu verlassen.

Wieweit die Kurhaus Weissenstein AG überhaupt noch Geld sieht, ist ohnehin fraglich, denn die Pächter hatten zwischenzeitlich den Zins nur noch auf ein Sperrkonto einbezahlt – juristisches Hickhack um angebliche geschuldete Beträge ist deshalb absehbar.

Schon im Sommer hatte deshalb Josef Ingold angesichts dieser schwierigen Situation darauf hingewiesen, dass es für die Kurhaus Weissenstein AG sogar zum Äussersten kommen könnte – dem Konkurs, mit Heimfall des im Baurecht abgegebenen sanierten Westtrakts an die ebenfalls klamme Bürgergemeinde. Zumal auch nach einer Ausschreibung die Besetzung des Kurhauses mit einem neuen Pächter noch nicht gelöst ist.

Was alles zu haben wäre

So gesehen dürften die Kurhaus Weissenstein AG wie die Bürgergemeinde froh sein, wenn mit dem Kaufpreis die Restschuld von 1,725 Mio. Franken Fremdfinanzierung aus dem Umbau von 1990 beglichen werden kann.

Die Aktionäre – Hauptaktionär ist die Stadt Solothurn – hätten mit total rund 300 000 Franken nur noch relativ geringe Ansprüche, sodass der Kaufpreis wohl irgendwo bei rund 2 Mio. Franken pendeln dürfte.

Offenbar erstreckt sich das Kaufangebot nicht nur auf den vor 20 Jahren sanierten Haupttrakt, sondern auch auf den nur aussen renovierten Ostflügel, den die Bürgergemeinde der Kurhaus Weissenstein AG vermietet hatte.

Ebenfalls zum Verkaufspaket sollen Umschwung, der Parkplatz und die Zufahrtsstrasse gehören. Die Kurhaus Weissenstein AG hatte in den letzten Jahren wiederholt auf einen raschen Investitionsbedarf in den Kurhaus-Betrieb hingewiesen und diesen gemäss einer Studie mit rund 6 Mio. Franken beziffert.

Verschiedentlich war auch von der Seilbahn Weissenstein AG, die eine neue Gondelbahn auf den Weissenstein bauen will, zu hören, dass beim Gelingen des Neubaus allenfalls auch Investoren für das Kurhaus vorhanden wären. Namen und konkrete Absichten der jetzigen Investorengruppe waren allerdings bis gestern nicht in Erfahrung zu bringen.