Schweizerischer Brass-Band-Wettbewerb
Solothurner liessen starke Konkurrenz hinter sich

Am Schweizerischer Brass-Band-Wettbewerb landete die Formation Emotion Brass auf Rang 2. Weitere solothurnische Bands konnten sich im Mittelfeld platzieren.

Alois Winiger, Montreux
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Gross sind die Emotionen für die Jugendlichen der Band Emotion Brass, hier aufgenommen in Montreux. zvg

Gross sind die Emotionen für die Jugendlichen der Band Emotion Brass, hier aufgenommen in Montreux. zvg

Solothurner Zeitung

Die Leute am Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb in Montreux am letzten Samstag staunten: Eine völlig unbekannte Jugendformation aus dem Kanton Solothurn mit dem Namen Emotion Brass erspielte sich mit 93,67 Punkten den zweiten Rang in der dritten Stärkeklasse. Nur gerade 0,33 Punkte trennten sie vom Sieg, den das Ensemble de Cuivres Mélodia Junior aus dem Waadtland holte.

Der Erfolg von Emotion Brass ist umso beachtlicher, weil bei diesem Wettbewerb schon fast traditionsgemäss Bands aus den Musikhochburgen Luzern und Wallis die Spitze besetzen. Nach dem Anhören des Emotion-Vortrags war klar, dass es für die erste Hälfte auf der Rangliste mit 12 Bands reichen würde. Der Jubel der Solothurner bei der Rangverkündigung war daher geradezu frenetisch.

Bachmann, der Motivator

Dirigent Armin Bachmann (Wolfwil) strahlte und freute sich über die Gratulationen von allen Seiten, reichte aber die Blumen postwendend weiter und meinte: «Sie müssen den Jungen gratulieren, die haben es geschafft.» Das trifft auf jeden Fall zu, doch Bachmann war der Auslöser und vor allem der grosse Motivator. Emotion Brass setzt sich aus Leuten aus dem ganzen Kanton und dem angrenzenden Gebiet zusammen, die jüngst in den kantonalen Jugenbrassbandlagern, geleitet von Armin Bachmann, dabei waren.

Und da war die Stimmung und die Qualität derart gut, dass man sich entschloss, am Wettbewerb des Brass-Olymps teilzunehmen. Gerne wären sie dort als Solothurnische Jugendbrassband aufgetreten, doch die Verbandsoberen untersagten dies. Man befürchtete, es entstehe hier eine Formation, welche den Vereinen die guten jungen Leute wegnimmt. Diese wählten daher den Namen Emotion Brass, setzten die Proben auf Sonntagabend 18 Uhr an – die «Konkordia» Aedermannsdorf stellte ihnen das Probelokal zur Verfügung – und übten das Wettstück in lediglich sieben Proben ein.

Vorjahressieger weiter hinten

Dass sie nun in Montreux sogar die wettbewerbserprobten Formationen hinter sich liessen, dürfte wiederum mit dem musikalischen Leiter Armin Bachmann zu tun haben. Denn beim Wettstück «Sinfonietta No. 1» von Johan de Meij handelt es sich um eine Erstaufführung. Bachmann setzte das Werk mit Emotion Brass so um, dass es von der Jury als werkgetreuer bewertet wurde als etwa der Vortrag des Vorjahressiegers Jugendbrassband Michelsamt (Leitung Corsin Tuor), sie kam auf Rang 4.

Stellt sich die Frage: Wie geht’s weiter mit dem Unternehmen Emotion Brass? Es war als einmaliges Unternehmen gedacht, doch der Erfolg in Montreux verlangt ja geradezu eine Fortsetzung. «Es ist natürlich schon verlockend», meint Thomas Brotschi, Mitinitiant der Band. «Wir müssen uns aber zuerst einmal fassen. Dann sehen wir weiter.» Es sei schon organisatorisch nicht sehr einfach, da die Leute aus allen Teilen des weitverzweigten Kantons kommen. Zudem spielen sie Vereinen mit, die auch wieder einmal am Schweizerischen Brass Band Wettbewerb mitmachen wollen.

Laupersdorf mit eigenen Leuten

Hinter sich gelassen hat Emotion Brass die weiteren Formationen aus dem Kanton, die in der dritten Klasse angetreten waren. Die Brass Band Solothurn (Leitung Martin Bütikofer) kam auf Rang 7, gefolgt von der BB Lommiswil (Leitung Anton Helscher). Die BB Frohsinn Laupersdorf konkurrierte in der 4. Stärkeklasse (7 Bands) und erreichte Rang 4. «Ich bin sehr zufrieden», sagte Dirigent Heinz Sinniger. «Hauptsächlich deswegen, weil wir wichtige Positionen nicht mit Zuzügern auf Nummer sicher besetzen, sondern mit den eigenen Leuten.»

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