Solothurn meets Zug

Solothurner Kunst hängt derzeit in Zug

Highlights aus dem Kunstmuseum Solothurn sind derzeit im Kunsthaus Zug zu sehen. So auch Giovanni Giacomettis «Sul balcone».

Highlights aus dem Kunstmuseum Solothurn sind derzeit im Kunsthaus Zug zu sehen. So auch Giovanni Giacomettis «Sul balcone».

Das Kunsthaus Zug will seine Beziehungen mit anderen Schweizer Kunstmuseen pflegen und stellt regelmässig deren Gemälde aus. Derzeit hängen die Höhepunkte der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn in Zug.

Mit den kleineren und mittleren Kunstmuseen der Schweiz Kontakte zu knüpfen und sich besser zu vernetzen, ist das Ziel einer losen Ausstellungsreihe des Kunsthauses Zug. Vor drei Jahren wurden deshalb zum ersten Mal seine Räume mit Gemälden aus dem Kunstmuseum Luzern behängt; als zweites Haus haben die Zuger nun dem Kunstmuseum Solothurn eine Ausstellung gewidmet.

Stets gute Beziehungen zu Zug

«Es freut mich ausserordentlich, Teile unserer schönen Sammlung in Zug präsentieren zu können», sagt der Solothurner Museumsdirektor Christoph Vögele. Gute Beziehungen zu «Zug» bestünden seit langem, und nun seien die bedeutendsten und auch einige der speziellsten Werke aus Solothurn in Zug anzutreffen. «Es ist ein wertvoller Austausch», so Vögele, «denn wir kleineren Museen müssen uns heute viel mehr untereinander unterstützen.»

«Wir achteten bei der Auswahl der Werke im Wesentlichen darauf, Ergänzungen zur bestehenden Zuger Sammlung möglich zu machen. Die Zuger sind in der Wiener Moderne mit Schiele und Klimt ziemlich stark. ‹Solothurn› kann die modernen Klassiker aus der Schweiz und die Surrealisten bieten.»

Gehängt wurde nach der Fragestellung: Wo sind Verbindungen, wo sind Dialoge möglich?

So wurden die wichtigen Gemäl-de von Ferdinand Hodler, Giovanni Giacometti und Cuno Amiet aus Solothurn den Highlights der Zuger Sammlung von Gustav Klimt, Egon Schiele, Richard Gerstl und Edvard Munch gegenübergestellt. Für Zug zu entdecken sind wohl die Arbeiten von Oskar Tröndle, und zum ersten Mal wird eine ausserordentliche Werkgruppe von Paul Klee, die der Zuger Kunstgesellschaft geschenkt wurde, zu sehen sein.

Von Oppenheim zu Keiser

Surrealismus und Fantastik bilden seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt der Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit der Zuger Kunstgesellschaft. In dieses Umfeld fügen sich markante Arbeiten von Alfred Kubin, Arnulf Rainer, Antoni Tàpies, Dieter Roth, André Thomkins, Markus Raetz, Miriam Cahn und Martin Disler aus Zug und Solothurn ein, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts und hin in die sechziger, siebziger und achtziger Jahre führen.

Während die dem Surrealismus nahestehenden Meret Oppenheim und Otto Tschumi in beiden Museumssammlungen vertreten sind, treffen im Bereich Art brut die farbigen Ölkreiden der Westschweizerin Aloïse Corbaz aus Solothurn auf die Zeichnungen des Berners Adolf Wölfli aus Zug. Einblicke in das zeitgenössische Schaffen mit Fotografie oder Video geben schliesslich Arbeiten von Annelies Strba, Roman Signer, Sylvie Défraoui, Daniela Keiser oder Monica Studer und Christoph van den Berg.

«Zwischen den Zuger Beständen der Wiener Moderne, des Schweizer Surrealismus und nicht zuletzt der Gegenwartskunst sowie der konzisen, fein abgestimmten Werkauswahl aus dem Solothurner Kunstmuseum entwickeln sich in diesem ungewohnten Kontext überaus erhellende Dialoge und Assoziationen. Die weniger beachteten Solitäre wie auch die vermeintlich bekannten Hauptwerke offenbaren neue Aspekte», meinte Marco Obrist, Kurator im Kunsthaus Zug, an der Vernissage gestern Abend.

Bis 4. Sept. Geöffnet: Di–Fr 12–18 Uhr, Sa/So 10–17 Uhr. www.kunsthauszug.ch

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